Wirtschaft

Weitere Pleiten erwartet Ryanair rechnet mit fallenden Ticketpreisen

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Ryanair-Maschine auf dem Flughafen von Lissabon.

(Foto: REUTERS)

Ryanair erwartet einen sich weiter verschärfenden Konkurrenzkampf in der deutschen und europäischen Luftfahrt. Durch den Wettbewerb könnte es zu sinkenden Preisen kommen. Die Iren sind sich sicher, dass es nach Air Berlin weitere Pleiten geben wird.

Europas größter Billigflieger Ryanair rechnet im laufenden Jahr mit sinkenden Flugpreisen - in Deutschland und Europa. Ein Grund ist die Pleite von Air Berlin im vergangenen Jahr, wie Ryanair-Marketingvorstand Kenny Jacobs den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte. Wegen der Pleite versuche jede verbliebene Fluggesellschaft, mehr Passagiere und höhere Marktanteile zu bekommen. Das Ergebnis: Überkapazitäten und Wettbewerb. "Das kann zu sinkenden Preisen führen."

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Das Ende von Air Berlin wird nach Ansicht des Ryanair-Managements nicht die letzte Pleite im europäischen Flugmarkt gewesen sein. Es gebe harten Wettbewerb, erklärte Jacobs. Zu den fallenden Flugpreisen kämen steigende Preise für Sprit. Einige Fluggesellschaften kämpften bereits.

Die irische Airline selbst mischt im Wettbewerb auf dem deutschen Markt kräftig mit. Das zeigt das Beispiel Frankfurt. 2017 stationierte Ryanair den ersten Flieger am Heimatflughafen der Lufthansa, inzwischen sind es zehn. "Frankfurt ist unser am schnellsten wachsender Standort", sagte Jacobs. "Dass wir wachsen, ist auch gut für Lufthansa. Wir bringen Passagiere nach Frankfurt, die dann mit Lufthansa Langstrecke fliegen können." Und er geht noch weiter: "Wir können uns auch Codeshares mit der Lufthansa vorstellen."

Neue Drehkreuze geplant

Umsteigeverbindungen will Ryanair künftig auch vermehrt auf eigenen Strecken anbieten. "Wir werden neue Drehkreuze eröffnen", so Jacobs weiter. Er nannte Standorte wie Stansted, Manchester, Dublin und: "Sogar in Berlin kann ein Drehkreuz entstehen". Bisher gibt es Umsteigeverbindungen über Bergamo, Rom und Porto.

Deutschland ist für Ryanair ein interessanter Markt: hohe Kaufkraft, viele Einwohner. Das ist wichtig aus Sicht der Iren, deren Geschäftsmodell billige Flüge sind: Der Durchschnittspreis in Deutschland ist der höchste in der EU, wie Jacobs sagte. Gleichzeitig betrage der Anteil von Billigfliegern nur 20 Prozent. "Für das Land, das Aldi, Lidl und 'Geiz ist geil' erfunden hat, ist das ziemlich niedrig." EU-weit haben die Billigflieger 45 Prozent Marktanteil.

Auch Laudamotion soll Ryanair mehr Präsenz auf dem deutschen Markt bringen. Ryanair hält 25 Prozent, will aber auf 75 Prozent aufstocken. "Der Hauptgrund, Laudamotion zu kaufen, ist, dass sie exzellente Start- und Landerechte in Düsseldorf, Berlin und Wien haben", sagte Jacobs.

Von den Gewerkschaften will sich Ryanair nicht bremsen lassen. "Streiks werden jetzt Teil des Lebens. Wir müssen damit zurechtkommen." Man werde mit den Gewerkschaften reden und zusammenarbeiten - außer sie versuchten, das Geschäftsmodell Billigflieger zu verändern. "Das Leben geht weiter."

Quelle: n-tv.de, wne

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