Wirtschaft

Rücktritt trübt starke Zahlen SAP-Chef McDermott macht Feierabend

Für das dritte Quartal präsentiert SAP hervorragende Zahlen. Die Freude währt bei Europas größtem Softwarehersteller aber nur kurz: Vorstandschef McDermott verkündet nur wenig später seinen Rückzug. Co-Nachfolger Klein verspricht bei n-tv Kontinuität.

Der Chef von Softwarekonzerns SAP, Bill McDermott, tritt nach zehn Jahren zurück. Der Walldorfer Konzern gab in der Nacht bekannt, dass der 58-Jährige seinen Vertrag nicht verlängern und sich von seinem Posten zurückziehen wird. Seine Nachfolge übernehmen mit sofortiger Wirkung die Vorstandsmitglieder Jennifer Morgan und Christian Klein als Co-Vorstandschefs. Den Angaben zufolge wird McDermott bis Jahresende in einer "beratenden Rolle" im Unternehmen bleiben und so einen "reibungslosen Übergang" gewährleisten.

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Klein sagte n-tv: "Wir werden Kontinuität walten lassen, was unsere Strategie und die Ausrichtung der SAP angeht." Auch das von Bill McDermott eingeleitete Effizienzprogramm im Konzern werde fortgeführt. "Die eingeschlagenen Programme zeigen bereits Wirkung. Und wir werden diese Programme weiter fortführen, um weiterhin gute Ergebnisse zu liefern", sagte Klein.

SAP ist aktuell Deutschlands wertvollster börsennotierter Konzern. McDermott war 2002 zu dem Softwareriesen gestoßen. Sechs Jahre später wurde der US-Amerikaner in den Vorstand berufen. Anfang 2010 übernahm er den Vorstandsvorsitz. Er war einer der Spitzenverdiener in der deutschen Wirtschaft. Sein Vertrag lief noch bis 2021.

McDermott hatte den Konzern stark in Richtung Cloudsoftware zur Miete aus dem Internet umgebaut. "Von dieser Weichenstellung wird das Wachstum von SAP noch viele Jahre profitieren", sagte Aufsichtsratschef und SAP-Mitgründer Hasso Plattner und dankte McDermott für seine Arbeit. "Ohne Bill wäre SAP nicht das Unternehmen, das es heute ist." "Jetzt ist der Moment gekommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen", sagte McDermott.

Cloudgeschäft boomt

Zuvor hatte SAP hervorragende Zahlen für das dritte Quartal präsentiert. Das Unternehmen legte bei Umsatz und Gewinn kräftig zu. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Vor allem die Sparte mit Cloudsoftware zur Miete aus dem Internet wuchs stark - auch dank Zukäufen. Der Gewinn stieg vor Zinsen und Steuern nach IFRS-Normen um 36 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr als Analysten erwartet hatten.

Im Tagesgeschäft steuerte das lange wenig profitable Cloudgeschäft mehr Gewinn bei. Finanzchef Luka Mucic führte das unter anderem auf Kostensenkungen und andere Effizienzmaßnahmen zurück. Die Finanzprognosen für das laufende und die kommenden Jahre bestätigte das Management.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/rts/AFP

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