Wirtschaft

Schmiergeld in Südafrika SAP gesteht "Unregelmäßigkeiten" ein

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Der Korruptionsverdacht erhärtet sich: SAP sieht nach einer hauseigenen Untersuchung "Anzeichen von Fehlverhalten".

REUTERS

Europas größter Software-Hersteller sieht sich in einen spektakulären Korruptionsfall verwickelt. Manager des Walldorfer SAP-Konzerns sollen Empfängern im Umfeld des damaligen südafrikanischen Präsidenten Zuma hohe Summe zugespielt haben.

Gut ein halbes Jahr nach dem Bekanntwerden von Korruptionsvorwürfen gegen SAP in Südafrika hat der deutsche Softwarehersteller Unregelmäßigkeiten eingeräumt. Eine Untersuchung der fragwürdigen Kommissionszahlungen für Geschäfte mit staatlichen Unternehmen habe "Anzeichen von Fehlverhalten" zu Tage gebracht, teilte SAP mit.

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Es habe "Unregelmäßigkeiten" gegeben, SAP habe aber zu keinem Zeitpunkt direkt Zahlungen an Mitarbeiter der staatlichen Unternehmen oder Regierungsvertreter geleistet. SAP wurde vorgeworfen, seit 2014 unüblich hohe Kommissionen an politisch vernetzte Firmen gezahlt zu haben, um sich bei staatlichen Unternehmen Aufträge zu sichern.

Dabei geht es um Kommissionen von rund 113 Millionen Rand (rund 8 Millionen Euro). Die Empfänger waren Firmen der politisch bestens vernetzten Unternehmerfamilie Gupta. Die Brüder galten als enge Freunde des damaligen Präsidenten Jacob Zuma. Sie stehen im Zentrum eines Korruptionsskandals, der seit Monaten das Land erschüttert. Zuma trat im Februar zurück.

US-Verfahren droht

Die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium ermitteln wegen der Vorgänge in Südafrika weiter, erklärte SAP. Der Softwarekonzern mit Sitz in Walldorf bei Heidelberg ist nicht nur im deutschen Leitindex Dax, sondern auch an der Börse New York notiert.

SAP war im Juli 2017 gegen drei für die Geschäfte mit Südafrikas Energieversorger Eskom und dem Logistikunternehmen Transnet verantwortliche Manager disziplinarisch vorgegangen. Die betroffenen Mitarbeiter hätten inzwischen gekündigt, hieß es.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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