Wirtschaft

Kapitalerhöhung belastet SGL-Aktie bleibt unter Druck

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Kapitalerhöhung setzt SGL-Aktie unter Druck.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bereits den zweiten Tag in Folge warten die Titel von SGL Carbon mit Abschlägen auf. Hintergrund ist eine Kapitalerhöhung, die dem Unternehmen mehr finanziellen Spielraum verschaffen soll. Allerdings ziehen nicht alle Anteilseigner mit.

In einem negativen Marktumfeld haben die Titel von SGL Carbon in der Spitze mehr als drei Prozent eingebüßt. Die Titel waren damit zeitweise größter Verlierer im Kleinwerteindex SDax. Am Mittag pendelte der Kurs um einen Abschlag von 1,5 Prozent. Händler hatten den zwischenzeitlichen Kursrutsch erwartet - bereits zur Wochenmitte waren die Anteilsscheine zeitweise rund fünf Prozent abgesackt.

SGL Carbon
SGL Carbon 8,05

Grund ist die Platzierung von 15,9 Millionen Bezugsrechten für die Aktien aus der Kapitalerhöhung, die VW und Voith im Bereich zwischen 65 und 70 Cent platziert haben. Zuvor lag der Kurs des Bezugsrechts laut einem Händler bei 77 Cent. "Die Aktie könnte deutlich unter 8,50 Euro fallen", so der Experte mit Blick auf die zu erwartenden Arbitrage-Geschäfte. Im Tagestief notierten SGL bei 8,47 Euro.

Zweites Tief möglich

Der Kohlefaser-Spezialist SGL will bei seinen Aktionären über die Kapitalerhöhung noch in diesem Jahr 180 Millionen Euro frisches Kapital einsammeln. Die neuen SGL-Papiere sollen mit einem Abschlag von mehr als einem Drittel zum Aktienkurs ausgegeben werden: zu je sechs Euro. Mit dem frischen Geld will SGL Carbon eine in zwei Jahren fällige Wandelanleihe tilgen oder zurückkaufen und eine weitere Anleihe vorzeitig zurückzahlen. Letztere läuft noch bis Januar 2021.

Die beiden größten Anteilseigner, die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten und der Münchener Autobauer selbst, wollen bei der Kapitalerhöhung voll mitziehen. Die Aktionäre Volkswagen und Voith dagegen nicht.

Händler erwarten, dass sich die SGL-Titel in der kommenden Woche erholen und stabilisieren. Danach könnten die Papiere Richtung Bezugsfristende am 13. Dezember erneut unter Druck geraten.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ/rts

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