Wirtschaft

Einbruch durch Corona-Krise SPD will Rettungsschirm für ÖPNV

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Durch die Corona-Krise brachen dem ÖPNV die Fahrgastzahlen massiv ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor den Verhandlungen über das Konjunkturprogramm des Bundes macht sich die SPD für eine Forderung der Länder stark: Der in der Corona-Krise arg in Mitleidenschaft gezogene öffentliche Nahverkehr solle massiv mit Bundesgeldern unterstützt und dabei fit für die Zukunft gemacht werden.

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert einen milliardenschweren Rettungsschirm für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sören Bartol sagte, der ÖPNV habe massiv unter der Corona-Krise gelitten und rund fünf Milliarden Euro Verluste gemacht. "Wir wollen als Bund den ÖPNV als ein zentrales Element der Verkehrswende und wichtigen Teil der Daseinsvorsorge stärken." Der Bund sollte sich daher an den angefallenen Kosten mindestens zur Hälfte beteiligen.

Bartol nahm damit einen Vorschlag der Verkehrsminister der Länder auf, die 2,5 Milliarden Euro vom Bund gefordert hatten. Die Corona-Krise habe zu einem Einbruch der Fahrgastzahlen von 70 bis 90 Prozent geführt. Die schwarz-rote Koalition will am Dienstag über umfassende Maßnahmen beraten. "Das Konjunkturpaket muss schnell wirken, aber lange halten", sagte Bartol. "Wir wollen eine Transformationsagenda anstoßen, die uns nachhaltig stärkt. Wir dürfen nicht nur ein Strohfeuer entfachen."

Den Branchen, die am meisten gelitten hätten, müsse geholfen werden. Außerdem brauche es einen Nachfrageschub und eine soziale Komponente. "Aber wir müssen auch direkt in den Zukunftsmodus umschalten. Die Corona-Krise darf nicht eine Krise der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen werden und die Daseinsvorsorge in den Kommunen gefährden", sagte Bartol. "Wir wollen eine doppelte Rendite, indem wir Konjunkturhilfen für den Strukturwandel nutzen und damit vor allem auch Beschäftigung von morgen sichern."

Quelle: ntv.de, lwe/dpa