Wirtschaft

Probleme für Taxen und ÖPNV? SPD will Uber einbremsen

Uber strebt diese Woche an die Börse. Für steigende Aktienkurse braucht der US-Fahrdienstleister Wachstum, vor allem im Ausland. In Deutschland ist das schwierig. Geht es nach den Verkehrsexperten der SPD, bleibt das auch so.

In der Bundesregierung formiert sich Widerstand gegen das neue Taxi-Gesetz von Verkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU, das dem US-Fahrdienstleister Uber das Geschäft erleichtern würde. So lehnt der Koalitionspartner SPD die geplante Liberalisierung aus Sorge um die Zukunft der Taxen und des Nahverkehrs in Deutschland in weiten Teilen ab. Dem Taxigewerbe würde ein Nachteil entstehen, "den es nicht überleben könnte", heißt es in einer Stellungnahme der führenden Verkehrsexperten der Partei, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

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Am Donnerstag will Uber an der Wall Street erst einmal Kasse machen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Uber geht am Donnerstag in den USA an die Börse. Das Unternehmen will dabei insgesamt zehn Milliarden Dollar einsammeln. In Deutschland hat Uber seit Jahren Probleme, weil sein Angebot gegen bestehende Gesetze verstößt.

Sorgt Uber für Probleme?

Hinter der Ablehnung der SPD steckt dem Blatt zufolge die Sorge, dass Uber und Co. nicht nur Taxen, sondern auch Teile des öffentlichen Nahverkehrs bedrohen und für noch mehr Autoverkehr in den Städten sorgen könnten. "Neue digitale Dienstleister sind eine gute Ergänzung unserer Mobilität, aber sie müssen nach klaren Spielregeln funktionieren", sagte Fraktionsvizechef Sören Bartol der Zeitung. Es dürfe nicht zu "mehr Staus, Lohndumping und der Kan­ni­ba­li­sie­rung des öffentlichen Nahverkehrs" kommen.

In den USA hatte das rasante Wachstum von Uber in Städten wie Chicago und New York nicht nur einen Großteil der etablierten Taxen verdrängt, sondern teilweise Verkehr von den U-Bahnen auf die Straße verlagert.

Das Bundesverkehrsministerium will bereits am Freitag nach einer Lösung im Streit suchen. Dann hat Verkehrsminister Scheuer Landes- und Bundespolitiker der Koalition sowie von Grünen und FDP in sein Ministerium geladen.

Quelle: n-tv.de, bad