Wirtschaft

Einigung im Milliardenprozess Sal. Oppenheim entschädigt Schickedanz

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Im Falle eines Urteils hätte Schickedanz vor Gericht wohl schlechte Karten gehabt.

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Die Pleite des Arcandor-Konzerns kostet die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz ein Vermögen. Weil sie sich falsch beraten fühlt, fordert sie vor Gericht einen Milliardenbetrag. Die Lösung bringt eine außergerichtliche Einigung.

Einer der größten Schadenersatzprozesse der deutschen Wirtschaft steht vor einem gütlichen Ende. Die "Süddeutsche Zeitung" und der WDR berichten, die Quelle-Versandhauserbin Madeleine Schickedanz habe sich im Streit um die Pleite des Arcandor-Konzerns außergerichtlich geeinigt. Eine für kommenden Dienstag angekündigte Entscheidung des Landgerichtes Köln wäre damit hinfällig.

Der Vergleich sei bereits verbindlich ausformuliert und solle spätestens am 21. Dezember notariell beglaubigt werden, heißt es in dem Bericht. Über die Details der Einigung herrsche Stillschweigen.

Schickedanz verlangte 1,9 Milliarden

Schickedanz hatte unter anderem ihre ehemalige Hausbank Sal. Oppenheim und ihren Ex-Berater Josef Esch vor dem Kölner Landgericht auf insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro verklagt. Unbestätigten Informationen zufolge erhält sie durch den Vergleich einen dreistelligen Millionenbetrag, der aber weit unter ihrer Forderung liegen soll.

Die Quelle-Erbin hatte sich in großem Stil an KarstadtQuelle und dem daraus hervorgegangenen Arcandor-Konzern beteiligt. Die Aktien finanzierte sie teils auf Kredit. Die Pleite von Arcandor kostete sie 2009 ein Vermögen. Vor Gericht warf Schickedanz Sal. Oppenheim, heute eine Tochter der Deutschen Bank, und Esch vor, sie hätten sie falsch beraten.

Vermittelt hatte die Einigung Clemens Vedder, ein deutscher Geschäftsmann mit Wohnsitz in den USA, der als Mediator fungierte. Schickedanz hatte ihn 2015 gebeten, sich in die damals festgefahrenen Verhandlungen einzuschalten.

Quelle: n-tv.de, chr

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