Wirtschaft

Reichster Mann Südkoreas Samsung-Vorsitzender Lee gestorben

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Lee Kun Hee übernahm den Firmenvorstand von Samsung 1987.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Lee Kun Hee ist der Sohn des Samsung-Gründers und gilt als reichster Südkoreaner. Unter ihm wird der Elektronikkonzern zu einem der weltweit führenden Smartphone-Hersteller. Nun ist der 78-Jährige verstorben.

Der Vorsitzende des Samsung-Konzerns, Lee Kun Hee, ist tot. Nach Angaben des südkoreanischen Unternehmens verstarb Lee im Alter von 78 Jahren. In seinen letzten Momenten sei seine Familie an seiner Seite gewesen. Zur genauen Todesursache machte Samsung keine Angaben. Der Konzern würdigte Lee als "wahren Visionär", dessen Erbe "für immer fortdauern" werde.

Lee ist der Sohn von Samsung-Gründer Lee Byung-chul. Er übernahm 1987 den Firmenvorstand. Über die Jahre entwickelte er Samsung zu einem der weltweit führenden Konzerne für Technologieprodukte fort, darunter Handys. Er galt als der reichste Südkoreaner. Seit den 90er Jahren geriet Lee Kun Hee wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt. Er wurde mehrmals wegen Bestechung verurteilt, erhielt jedoch stets eine Begnadigung.

Im Jahr 2014 erlitt er eine Herzattacke und hatte seither gesundheitliche Probleme. Sein Sohn Lee Jae Yong übernahm deshalb in der Praxis die Leitung der Geschäfte und wurde de facto zum Konzernchef.

Der Samsung-Erbe steckt allerdings in erheblichen juristischen Schwierigkeiten. Lee Jae Yong wurde im Zuge eines Bestechungs- und Veruntreuungsskandals im Jahr 2017 zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach einer Berufung kam er jedoch im Jahr darauf frei. Das Oberste Gericht von Südkorea ordnete später einen neuen Prozess gegen den Samsung-Erben wegen dieses Skandals an, der noch nicht abgeschlossen ist. Der Fall steht im Zusammenhang mit einem weitverzweigten südkoreanischen Korruptionsskandal, der 2017 zum Sturz der früheren Präsidentin Park Geun Hye geführt hatte.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/dpa