Wirtschaft

Bestechung und Veruntreuung Samsungs Vizepräsident muss erneut in Haft

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Lee war 2017 wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

(Foto: AP)

Der Erbe des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung, Lee Jae-yong, wird zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der 52-Jährige wird wegen Bestechung und Veruntreuung sofort in Haft genommen. Offiziell ist Lee der Vizepräsident von Samsung Electronics.

In einem wieder aufgelegten Korruptionsprozess ist der Erbe der Samsung-Firmenimperiums, Lee Jae Yong, erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Obergericht in Seoul habe gegen Lee zweieinhalb Jahre Haft verhängt, berichteten südkoreanische Sender und die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

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Hintergrund des Verfahrens ist eine Korruptionsaffäre um die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye. Samsung soll hohe Summen an Unternehmen einer umstrittenen Vertrauten von Park gezahlt haben. Lee war 2017 wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde die Haft zu einer Bewährungsstrafe abgemildert. Später wurde das Verfahren wieder aufgenommen. Lee habe "aktiv Bestechungsgelder bereitgestellt und die Präsidentin stillschweigend gebeten, ihre Macht zu nutzen, um seine reibungslose Nachfolge" an der Spitze des Konzerns zu unterstützen, erklärte das Gericht nun in seiner Urteilsbegründung.

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Offiziell ist Lee der Vizepräsident von Samsung Electronics, gilt aber als oberster Entscheidungsträger des weltweit führenden Herstellers von Smartphones und Speicherchips. Der 52-Jährige steht seit einigen Jahren an der Spitze von Samsung, nachdem sein Vater Lee Kun Hee wegen eines Herzinfarkts den Geschäften nicht mehr nachgehen konnte. Lee Kun Hee verstarb im Oktober. Samsung ist bis heute in Familienhand. Der Gesamtumsatz des Konzerns entspricht einem Fünftel des südkoreanischen Bruttoinlandsprodukts und ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg des asiatischen Landes.

Aus der Sicht von Wirtschaftsexperten könnte das Urteil gegen Lee Samsung in eine ernste Führungskrise stürzen. "Das bedeutet wirklich einen schweren Schlag und eine große Krise für Samsung", sagte der Wirtschaftsprofessor Kim Dae Jong von der Sejong-Universität.  Die Samsung-Aktie brach nach der Urteilsverkündung ein. Nach Börsenschluss in Seoul lag sie mit 3,4 Prozent im Minus. Von der Corona-Pandemie hat Samsung bislang profitiert, der Aktienkurs des Unternehmens hatte sich zwischenzeitlich im Vergleich zum März vergangenen Jahres mehr als verdoppelt.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/AFP