Wirtschaft

Höchster Rückgang seit 21 Jahren Sanktionen schaden Nordkoreas Wirtschaft

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Ein staatliches Geschäft in Nordkorea.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es ist das zweite Jahr in Folge mit einem Minus: Daten der südkoreanischen Zentralbank zufolge ist die Wirtschaft Nordkoreas so stark eingebrochen wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Grund dafür dürften Sanktionen sein.

Die Wirtschaft des weithin abgeschotteten Nordkorea ist 2018 nach Schätzungen aus Südkorea das zweite Jahr hintereinander deutlich geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt des Nachbarlandes sei um 4,1 Prozent (2017: minus 3,5 Prozent) zurückgegangen und damit so stark wie seit 21 Jahren nicht mehr, schreibt die Zentralbank in einem in Seoul veröffentlichten Bericht. Der Außenhandel fiel demnach wertmäßig um nahezu 50 Prozent.

Die starke Rezession der chronisch kriselnden Wirtschaft Nordkoreas wird von Experten auch auf die harten internationalen Sanktionen zurückgeführt, denen das sozialistische Land wegen seines Atomwaffenprogramms unterworfen ist. Der UN-Sicherheitsrat hatte zuletzt Ende 2017 Lieferungen von Mineralölerzeugnissen wie Benzin, Diesel und Schweröl an das Land weiter begrenzt. Die Sanktionen werden teils aber umgangen.

Das gesamte Bruttonationaleinkommen Nordkoreas wird von der Zentralbank Südkoreas auf umgerechnet knapp 36 Billionen Won geschätzt, umgerechnet also rund 27 Milliarden Euro. In dem Bericht der Bank hieß es weiter, das Außenhandelsvolumen Nordkoreas habe im vergangenen Jahr schätzungsweise 2,84 Milliarden Dollar betragen. Das sei ein Rückgang um 48,8 Prozent im Vergleich zu 2017. Die Wachstumsraten für den Bergbau und das verarbeitende Gewerbe seien noch stärker als 2017 geschrumpft.

Allerdings habe sich die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser verbessert, wobei sich die Stromerzeugung durch Wasserkraft- und Wärmekraftwerke erhöht habe. Die Berechnungen des BIP und zur Entwicklung der einzelnen Wirtschaftszweige in Nordkorea gelten als unsicher, da aus dem Land so gut wie keine aktuellen Daten zur Wirtschaftsleistung veröffentlicht werden. Die Zentralbank in Seoul greift dabei vor allem auf Daten des Geheimdienstes und von Forschungsinstituten zurück, die sich auf Nordkorea spezialisiert haben.

Quelle: ntv.de, vck/dpa