Wirtschaft

Kurzarbeit kostet 30 Milliarden Scheele: "Das ist jetzt wohl der Höhepunkt"

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In vielen Industrien wurde Kurzarbeit angemeldet, auch bei den Autobauern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Dank Kurzarbeit entgehen Millionen Menschen im Land der Arbeitslosigkeit. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Scheele, rechnet mit immensen Kosten für seine Behörde. Immerhin geht er davon aus, dass die Lage nicht mehr schlimmer wird.

Die Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass Deutschland bei den Neuanträgen auf Kurzarbeit das Schlimmste hinter sich hat. "Das ist jetzt wohl der Höhepunkt", sagte BA-Chef Detlef Scheele. "Wir haben längst nicht mehr hunderttausend, zweihunderttausend neue Anzeigen pro Woche." Es seien deutlich weniger.

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Detlef Scheele leitet die BA seit 2017.

(Foto: dpa)

Die Kosten für die im Zuge der Corona-Pandemie gestiegene Kurzarbeit könnten laut Scheele am Ende des Jahres bei mehr als 30 Milliarden Euro liegen. "Der Bund müsste dann aushelfen", sagte Scheele dem Berliner "Tagesspiegel". Ausgezahlt habe die BA bislang aber lediglich 2,5 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld.

Dass die Summe noch vergleichsweise niedrig sei, liege daran, dass viele Unternehmen noch nicht abgerechnet hätten, sagte Scheele. Sorgen, dass das Geld nicht ausreichen könnte, hat Scheele nach eigenen Worten aber nicht: "Für den Fall, dass die Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit aufgebraucht werden, wird der Bund einspringen."

Mehr als drei Millionen Arbeitslose erwartet

Er warnte zugleich Unternehmen davor, Kurzarbeit anzumelden und dann doch mehr arbeiten zu lassen. "Wer mehr arbeiten lässt als angegeben, begeht Schwarzarbeit", sagte Scheele. "Wir werden die Schlussabrechnung genau prüfen, werden uns alle eingereichten Dokumente detailliert ansehen und gegebenenfalls nachforschen."

Die BA geht davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen in den nächsten Monaten die Marke von drei Millionen überschreiten dürfte. Scheele erwartet aber zugleich, dass die Zahl nicht dauerhaft so hoch bleiben wird. "Ich gehe davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt mittelfristig wieder erholt und wir auch einen ähnlichen Beschäftigungsstand erreichen wie vor der Krise im März", sagte Scheele. Schneller als erwartet könnten die Unternehmen wieder Fachkräfte suchen. Deswegen rate er Unternehmen dringend dazu, weiter auszubilden.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP