Wirtschaft

Bilanzen geschönt Schlecker soll in 36 Fällen angeklagt werden

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Für Tausende Filialen bedeutete die Schlecker-Pleite das Aus.

(Foto: imago stock&people)

Einst war Schlecker die größte Drogeriekette Europas: Vor vier Jahren bricht das Unternehmen zusammen. Die Familie hat dies nach Ansicht der Ermittler kommen sehen - und Millionen zur Seite geschafft.

Anton Schlecker soll vor der Pleite seines Drogerieimperiums in 36 Fällen viel Geld beiseite geschafft haben. Das wirft ihm die Stuttgarter Staatsanwaltschaft vor, wie die Behörde mitteilte. Darüber hinaus soll er unter anderem vor dem Insolvenzgericht unrichtige Angaben gemacht haben.

Neben dem Firmenpatriarchen sind seine Ehefrau, seine zwei Kinder sowie zwei Wirtschaftsprüfer angeklagt. Das Landgericht Stuttgart prüft nun die Anklage und wird entscheiden, ob es zu einem Hauptverfahren kommt. Auf den Straftatbestand Bankrott, der Schlecker vorgeworfen wird, steht eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft; bei besonderes schweren Fällen bis zu zehn Jahren Haft.

Weiter heißt es, Anton Schlecker habe Vermögenswerte dem Zugriff der Gläubiger entzogen. Dabei sollen ihm seine beiden Kinder geholfen haben. Als faktische Geschäftsführer eines Logistikunternehmens hätten sie darüber hinaus das Unternehmen um mehrere Millionen Euro geschädigt. Denn obwohl sie bereits wussten, dass das Unternehmen in diesem Geschäftsjahr in den roten Zahlen steckte und bereits überschuldet gewesen war, hätten sie sich die Summe als angeblichen Gewinn aus dem Geschäftsjahr 2011 ausschütten lassen.

Anton Schlecker soll zudem in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 die Lage des Unternehmens falsch wiedergegeben haben. Zwei Wirtschaftsprüfern werfen die Ermittler dabei vor, 2009 und 2010 bei der Prüfung der Bücher zwar eine falsche Bilanzierung erkannt, zugleich Schlecker aber die Korrektheit des Zahlenwerks bescheinigt zu haben.

Europas ehemals größte Drogeriekette Schlecker hatte Ende März 2012 die Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Damals war zunächst das Insolvenzverfahren über das Privatvermögen des Hauptangeschuldigten eröffnet worden. Es folgten entsprechende Verfahren über die jeweiligen Vermögen der Tochterunternehmen. Etwa 25.000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz. Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro. Das Handelsunternehmen aus Baden-Württemberg hatte zu seinen Bestzeiten rund 9000 Märkte im In- und Ausland.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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