Trump kommt seinem Ziel näherSchrumpfende Auto-Ausfuhren lassen Exporte in die USA einbrechen

Die US-Regierung versucht mit ihrer Zollpolitik das eigene Exportdefizit zu reduzieren. Mit Deutschland gelingt das auch - und zwar deutlich. Hierzulande bricht der Überschuss der Ausfuhren regelrecht ein. Das hängt vor allem mit einer deutschen Schlüsselbranche zusammen.
Die von US-Präsident Donald Trump eingeführten hohen Zölle lassen den deutschen Exportüberschuss mit den Vereinigten Staaten einbrechen. Im ersten Quartal übertrafen die Warenexporte in die weltgrößte Volkswirtschaft die Importe von dort nur noch um 12,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 30,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum mit 17,8 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür waren vor allem sinkende Ausfuhren von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen.
Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten des Jahres Waren im Wert von 36,2 Milliarden Euro in die USA exportiert. Umgekehrt wurden Waren im Wert von 23,8 Milliarden Euro von dort nach Deutschland importiert. Die Exporte in die USA brachen damit um 12,1 Prozent ein, während die Importe um 1,9 Prozent wuchsen. Damit kommt Trump einem seiner seit Jahren geäußerten Ziele näher - das Handelsbilanzdefizit mit Deutschland zu verringern. Insbesondere deutsche Autos schienen ihm ein Dorn im Auge zu sein. 2024 betrug der deutsche Handelsüberschuss 70 Milliarden Dollar, von Januar bis November des vergangenen Jahres waren es noch 49 Milliarden Dollar. Das gesamte Handelsvolumen sank ebenfalls.
Im ersten Quartal dieses Jahres entfielen mit 5,0 Milliarden Euro auf den Handel mit Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen der größte Anteil am deutschen Exportüberschuss mit den USA. Er fiel allerdings um 35,5 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. Insgesamt exportierte Deutschland im ersten Quartal Fahrzeuge im Wert von 6,5 Milliarden Euro in die USA. Das waren 28,4 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die entsprechenden Importe aus den USA legten zugleich um 13,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu.
Rückgang in vielen Branchen
Einen Exportüberschuss mit den Vereinigten Staaten erzielte Deutschland auch mit Maschinen (4,9 Milliarden Euro). Er schrumpfte um 4,8 Prozent. Auch bei pharmazeutischen Erzeugnissen (3,4 Milliarden Euro / minus 18,7 Prozent) sowie elektrischen Ausrüstungen (1,9 Milliarden Euro / minus 5,3 Prozent) erzielte Deutschland einen Exportüberschuss.
Anders sieht es bei mineralischen Brennstoffen aus: Bei Erdöl und Erdgas wies Deutschland ein Defizit von drei Milliarden Euro aus. Auch der Handel mit Kohle und Kokereierzeugnissen wies ein Defizit auf (jeweils minus 0,3 Milliarden Euro).
Die Europäische Union hatte sich am Mittwoch auf ein Handelsabkommen mit den USA geeinigt, das 15 Prozent Zölle auf die überwiegende Mehrheit der EU-Exporte in die Vereinigten Staaten vorsieht. Diese Obergrenze gilt für die meisten Sektoren - darunter Autos, Halbleiter und Pharmazeutika. Der Zollsatz von 15 Prozent ist deutlich höher als vor Trumps Amtsantritt.