Wirtschaft

Wohlfühlprogramm für Aktionäre Schuh-Nachfrage macht Adidas flinke Füße

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Nicht die modisch schönste - aber einer der werbewirksamsten Ideen: Treter mit eingebauter Jahreskarte für den Berliner ÖPNV.

picture alliance / Paul Zinken/d

Der Sportkonzern Adidas nimmt deutlich mehr ein. Auf dem Gewinn lasten indes etwas die US-Steuerreform und Aufräumarbeiten im Konzern. Doch über den Anteilseigner wird ein Füllhorn ausgeschüttet.

Angetrieben von einem starken Wachstum der Hausmarke und einer guten Nachfrage nach Laufschuhen und modischen Sneakern hat der Sportartikelhersteller Adidas im vergangenen Jahr erstmals die 20-Milliarden-Marke beim Umsatz geknackt. Insgesamt summierten sich die Erlöse auf 21,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Das waren 15 Prozent mehr als vor einem Jahr. Operativ übertraf das Unternehmen die Prognose - und legt ein Wohlfühlprogramm für die Aktionäre auf.

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Am stärksten legte der Konzern in China und Nordamerika zu. Der Online-Umsatz schnellte um 57 Prozent nach oben. Getrieben wird das Wachstum allerdings fast ausschließlich von der Marke Adidas, die vor allem dank Laufschuhen um 18 Prozent zulegte. Das Sorgenkind Reebok wuchs währungsbereinigt nur um vier Prozent, nachdem zahlreiche eigene Läden in den USA geschlossen wurden.

Das operative Ergebnis kletterte um fast ein Drittel auf 2,07 Milliarden Euro. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft verbesserte sich um ein gutes Viertel auf 1,35 Milliarden Euro. Ohne Belastungen wegen der US-Steuerreform wären es sogar 1,43 Milliarden Euro gewesen. Der Verkauf der Golf-Tochter Taylor Made und der Eishockey-Sparte CCM Hockey brachte Adidas 254 Millionen Euro Verlust.

In das neue Jahr geht Adidas mit einer Umsatzprognose, die währungsbereinigt zehn Prozent über dem Umsatz von 2017 liegt. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft - die Auswirkungen der US-Steuerreform ausgeklammert - soll um 13 bis 17 Prozent auf 1,62 bis 1,68 Milliarden Euro steigen.  "Wir erwarten qualitativ hochwertiges Wachstum mit überproportionalen Gewinnsteigerungen", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted.

Nach dem Gewinnsprung will die weltweite Nummer zwei hinter Nike eine höhere Dividende zahlen. Die Ausschüttung an die Anteilseigner soll auf 2,60 Euro je Aktie steigen. Dies sind 60 Cent mehr als im Vorjahr. Bereits am Vorabend hatte der Konzern einen milliardenschweren Aktienrückkauf angekündigt. Dafür will der Konzern bis zu drei Milliarden Euro in die Hand nehmen. Für weitere zwei Milliarden Euro gibt sich Adidas bis spätestens Mai 2021 Zeit.

"Das ist der beste Weg, unsere Aktionäre zu bedienen", sagte Rorsted dem Fernsehsender CNBC. Im Extremfall sei das Unternehmen auch bereit, Schulden zu machen, um die Papiere zu erwerben. Adidas hat mit dem ägyptischen Milliardär Nassef Sawiris und dem belgischen Investor Albert Frere (GBL) zwei anspruchsvolle Großaktionäre, die der Konzern mit Kurssteigerungen und Aktienrückkäufen ruhiggestellt hat. Den Kauf einer weiteren Sportartikelmarke schloss er aus.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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