Wirtschaft

"Operation Matterhorn" Schweizer sind sauer auf Briten

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Die britische Regierung benannte die Rückholaktion nach diesem Schweizer Wahrzeichen.

(Foto: REUTERS)

Die britische Regierung fliegt nach der Insolvenz Zehntausende Urlauber nach Hause und gibt dem Projekt den Namen "Matterhorn". Das stößt in der Schweiz auf wenig Gegenliebe.

Großbritanniens Regierung hat angesichts der Pleite von Thomas Cook die größte Rückholaktion seit dem Zweiten Weltkrieg angekündigt und dutzende Chartermaschinen gemietet, um gestrandete Urlauber nach Hause zu bringen. Der Notfallplan bekam den Namen "Operation Matterhorn" - und das kommt in der Schweiz überhaupt nicht gut an.

Zumindest nicht in der Heimat des Matterhorns, in der Gemeinde Zermatt. Schließlich ist der Berg sowohl Wahrzeichen als auch Touristenattraktion. Die britische Regierung wisse wohl nicht, dass "Matterhorn" eine international geschützte Marke sei und als Symbol für erholsame Ferien, Sicherheit und Qualität der Schweiz gelte, zitiert die Schweizer Zeitung "Blick" den Verband "Zermatt Tourismus". Das seien Attribute, die nicht wirklich für großen Frust von Reisenden stünden.

Warum die britische Regierung die Aktion "Matterhorn" getauft hat, ist nicht bekannt. Fest steht lediglich, dass Unternehmenschef Peter Fankhauser Schweizer ist. Vielleicht hat die Namensgebung auch damit zu tun, dass die Besteigung des Matterhorns eine große Herausforderung ist - genauso wie die Aufgabe, Zehntausende gestrandete Urlauber auszufliegen. Die britische Regierung bezeichnet die Rückführungsaktion als die größte seit dem Zweiten Weltkrieg.

Apropos Weltkrieg. Es gab bereits eine "Operation Matterhorn". So bezeichnete die US-Luftwaffe eine strategische Kampagne, in der Japan durch Langstreckenbomber vom Typ B-29 angegriffen wurde. Auch das ist eine Assoziation, die den Schweizern wenig gefallen dürfte.

Quelle: n-tv.de

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