Wirtschaft

Post-Streik spitzt sich zu Sechs Millionen Briefe bleiben liegen

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(Foto: dpa)

Kurz vor Ostern spitzt sich der Tarifstreit bei der Post zu. Verdi will mit Warnstreiks ihre Forderungen durchsetzen. Auch bei Amazon erhöht die Gewerkschaft den Druck. Eine Lösung zeichnet sich nicht ab.

Warnstreiks bei der Post, Arbeitsniederlegungen bei Amazon - kurz vor Ostern dürften manche Kunden vergeblich auf Briefe, Päckchen und Pakete warten. Bundesweit rief Verdi am Mittwoch Post-Zusteller zu Warnstreiks auf. Während die Gewerkschaft von mehr als 10.000 Beschäftigten sprach, die sich am Ausstand beteiligten, nannte die Post eine Zahl von 7500. Sechs Millionen Briefe und 300.000 Pakete blieben nach Angaben der Deutschen Post DHL liegen.

Auch am Donnerstag sollen die Ausstände bei der Post und bei Amazon fortgesetzt werden. Mit den vorübergehenden Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft bei der Post ihre Forderung nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich untermauern.

Schwerpunkt im Norden

Auf diesem Wege sollen zugleich die Beschäftigten dafür entschädigt werden, dass der gelbe Riese mit der Gründung von regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung nach Gewerkschaftsansicht vertragliche Vereinbarungen gebrochen hat. Die Gehälter bewegen sich dort unterhalb des Haustarifs. Die Post verspricht vielen befristeten Beschäftigten dagegen dort dauerhafte Arbeitsplätze.

Ein Schwerpunkt der Warnstreiks lag im Norden Deutschlands. Neben den Streiks wurde die Zustellung der Post zufolge auch durch den schweren Sturm "Niklas" behindert. Der Parcel Intercity, ein Pakettransportzug der Post, von München nach Hamburg sei durch die Bahn komplett abgesagt worden.

Trotz der Warnstreiks erklärte der Betriebschef der Deutschen Post, Uwe Brinks: "Ich rechne damit, dass alle Sendungen ihre Empfänger bis Ostern erreichen werden." Die Post habe durch den Einsatz von Beamten, Mitarbeitern aus Service-Bereichen sowie durch eine punktuelle Aufstockung der Arbeit bei Servicepartnern die Ausfälle bei der Zustellung zum Teil auffangen können.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa