Wirtschaft

Angesichts steigender Inflation Sewing fordert von Geldpolitik Gegensteuern

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Die Folgen der ultralockeren Geldpolitik werden sich aus Sicht des Deutsche-Bank-Chefs Christian Sewing immer schwerer heilen lassen, je länger die Zentralbanken nicht gegensteuern.

(Foto: dpa)

Die Teuerungsrate in Deutschland klettert seit Monaten deutlich. Die EZB erklärt den Anstieg der Verbraucherpreise zum Großteil mit Sonderfaktoren. Deutsch-Bank-Chef Sewing sieht den Inflationsanstieg nicht als temporär an. Er ist der Meinung, die Geldpolitik müsse eher früher als später handeln.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat die Geldpolitik wegen der rasant in die Höhe geschossenen Inflation zum Handeln aufgefordert. Die Notenbanken gingen davon aus, dass es sich bei dem aktuellen Anstieg der Teuerung um einen temporären Effekt handele, sagte Sewing auf der Euro Finance Week in Frankfurt. "Diese Meinung teilen unsere Ökonomen nicht."

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Kunden der Deutschen Bank richteten sich darauf ein, dass die hohen Raten länger anhalten werden. Marktteilnehmer fingen an, Preissteigerungen zu antizipieren. "Ich denke, dass die Geldpolitik hier gegensteuern muss - und das eher früher als später," sagte Sewing. Die Folgen der ultralockeren Geldpolitik werden sich aus seiner Sicht immer schwerer heilen lassen, je länger die Zentralbanken nicht gegensteuern. "Das vermeintliche Allheilmittel der vergangenen Jahre - niedrige Zinsen bei scheinbar stabilen Preisen - hat seine Wirkung verloren, jetzt kämpfen wir mit den Nebenwirkungen", sagte Sewing.

EZB strebt zwei Prozent Inflation als Idealwert an

Die Inflation im Euro-Raum war im Oktober so stark geklettert wie seit über 13 Jahren nicht mehr. Angetrieben von einem kräftigen Kostenanstieg bei Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise binnen Jahresfrist um 4,1 Prozent. In Deutschland war die Jahresteuerung im Oktober um 4,5 Prozent gestiegen. Bislang rechnet die Europäische Zentralbank (EZB) allerdings damit, dass aus dem aktuellen Inflationsschub im Euro-Raum kein dauerhaftes Problem wird. Die EZB strebt mittelfristig zwei Prozent Inflation als Idealwert an.

Zum Gesetzesvorschlag der EU-Kommission zur Umsetzung der globalen Bankenreform in Europa sagte Sewing, darin gebe es einiges Positives. Der Entwurf berücksichtige die Besonderheiten des europäischen Bankenmarktes - etwa den hohen Anteil wenig riskanter Hypotheken an den Kreditportfolios oder die Bedeutung kleiner und mittelgroßer Unternehmen. Auch würden die längeren Übergangsfristen helfen.

"Andererseits sind viele der Ausnahmeregelungen vorläufig und es gibt keine Rechts- und Planungssicherheit", kritisierte Sewing, der auch Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ist. Unter dem Strich seien die zusätzlichen Kapitalanforderungen signifikant. Die EU will die verschärften Kapitalvorschriften für Banken im Rahmen des "Basel-III" genannten Reformpakets erst ab 2025 umsetzen.

Aufseher halten die Kritik für unberechtigt

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Kernstück ist eine Begrenzung der Nutzung interner Modelle, mit denen vor allem Großbanken berechnen, wie viel Eigenkapital sie für Geschäfte zur Seite legen müssen. Den Banken wird über eine gestaffelte Übergangsfrist bis Ende 2032 Zeit gegeben, die neuen Basel-III-Vorgaben umzusetzen. Der BdB kritisiert, die EU-Kommission spiele mit ihrem Vorschlag auf Zeit. Denn Erleichterungen seien befristet. Wichtige Fragen würden nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben.

Aufseher halten die Kritik für unberechtigt. So geben aus Sicht der Bundesbank die befristeten Erleichterungen Geldhäusern ausreichend Zeit, sich auf die neuen Regeln einzustellen, wie Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling Reuters auf Anfrage mitteilte. "Die Basel-III-Umsetzung ist für den deutschen Bankenmarkt verkraftbar", so sein Fazit. Wuermeling ist im Bundesbank-Vorstand für die Bankenaufsicht zuständig.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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