Wirtschaft

Getränke, Süßwaren, Tabak Im Handel werden immer mehr Waren knapp

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Flächendeckend leere Regale drohen nicht, heißt es aus dem Handel. Aber die Berichte wecken böse Erinnerungen an den Corona-Winter 2019.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die Lieferkrise verschärft sich. Händler melden nicht nur Nachschubprobleme bei Non-Food-Waren, sondern auch "anhaltende Engpässe und Ausfälle" bei Lebensmitteln. Das Füllen von Regalen sei ein "täglicher Kampf", wird ein Edeka-Manager zitiert.

Das Lieferketten-Chaos geht im Lebensmittelhandel offenbar langsam ans Eingemachte. Nach Recherchen der "Lebensmittelzeitung" betreffen die Nachschubprobleme inzwischen nicht mehr nur Non-Food-Waren, sondern auch das Kerngeschäft mit der Versorgung von Lebensmitteln.

Laut Recherchen der Zeitung informierten in den vergangenen Tagen mehrere Großhändler ihre Kunden über Lieferprobleme. "Anhaltende Engpässen und Ausfälle" räumte demnach die zu Rewe gehörige Lekkerland-Gruppe ein, die vor allem Tankstellen und Kioske, aber auch Lebensmitteleinzelhändler beliefert. Über eine "angespannte Warenverfügbarkeit und Lieferfähigkeit der Industrie" klagte auch die auf Gewerbekunden fokussierte Transgourmet-Tochter Selgros.

Es tröste wenig, zitiert die Lebensmittelzeitung aus einem Schreiben von Lekkerland , "dass wir nicht alleine sind: Andere Kanäle, beispielsweise der Lebensmitteleinzelhandel, sind gleichermaßen betroffen". Als "täglichen Kampf" soll ein Edeka-Topmanager das Aufrechterhalten der Warenverfügbarkeit bezeichnet haben.

Betroffen sind laut dem Schreiben der Großhändler die Bereiche Getränke, Süßwaren ebenso wie Tabakwaren. Zu Herstellernamen, die genannt werden, gehören Coca-Cola, Ferrero, Lorenz Bahlsen, Mars und British American Tobacco (BAT). Es drohten zwar nicht flächendeckend leere Regale, heißt es, "aber wir werden Lücken sehen", zitiert das Blatt den Manager von Edeka. Händlerangaben zufolge waren Cola-Dosen bereits über Wochen nicht zu lieferbar. Viele Firmen wollten sich bislang zu den Engpässen jedoch nicht konkret äußern, heißt es weiter.

Discounter verschieben Verkaufsstart im Non-Food-Bereich

Erst kürzlich hatte die Lebensmittelzeitung bereits über Lieferengpässe bei den Discountern Lidl und Aldi im Bereich Non Food berichtet. Aldi Nord musste den Verkaufsstart der begehrten "Aldi Original"-Kollektion verschieben. Bereits Mitte Oktober seien leere Regale im Bereich Non-Food sichtbar geworden, hieß es. "Das kostet richtig Umsatz", kommentierte Carsten Kortum, Professor an der Dualen Hochschule Heilbronn, gegenüber der Zeitung. Auch beim Discounter Lidl kam es bei einzelnen Aktionsartikeln zu Verzögerungen. Seitens des Unternehmens hieß es, die entsprechenden Werbetermine würden "angepasst".

Grund für die Engpässe sind nicht nur Lieferkettenprobleme, sondern auch die Rohstoffkrise. Die Preise für Aluminium, das für Dosen benötigt wird, ebenso wie Edelstahl, Papier oder Plastik gehen seit geraumer Zeit durch die Decke. Die Hersteller wollen die steigenden Verpackungs- und Produktionskosten an Kunden weitergeben.

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"Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und dies kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an", kommentierte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe kürzlich eine entsprechende Unternehmensumfrage seines Instituts. Im Hintergrund sollen Branchenverhandlungen bereits in vollem Gange sein. Zu dieser Jahreszeit findet routinemäßig ein großes Branchentreffen statt, auf dem die Konditionen für das kommende Jahr verhandelt werden.

An den jährlichen Runden nehmen große Marken und beliebte Firmen teil, die knapp zwei Drittel des Gesamtsortiments beim Discounter und Supermarkt ausmachen. Boxen die Hersteller tatsächlich höhere Preise durch, dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass die Inflation in kommenden Monaten in Richtung fünf Prozent steigt.

Quelle: ntv.de, ddi

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