Wirtschaft

Abschied vom Benziner Shell-Chef fährt künftig Elektroauto

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Ist bald anders unterwegs: Ben van Beurden

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Wer hätte das gedacht? Der Chef des größten Ölkonzerns Europas kündigt an: Sein nächstes Auto wird elektrisch angetrieben. Elektromobilität sei eine gute Sache, sagt Ben van Beurden.

Das sagt wohl viel über die Zukunft fossiler Energie aus: Der Vorstandschef von Royal Dutch Shell fährt bald keinen Benziner mehr. Sein nächstes Auto werde ein Elektro-Fahrzeug sein, sagte Ben van Beurden der Finanznachrichtenagentur "Bloomberg". "Der Weg, die ganze Wirtschaft zu elektrifizieren, die Elektromobilität in Regionen wie Nordwest-Europa, den USA und sogar China sind eine gute Sache", sagte er und warb zugleich für das Pariser Klima-Abkommen. "Wir brauchen […] sehr viel mehr Elektro-, Wasserstoff- oder Gas-Fahrzeuge, wenn wir innerhalb der Zwei-Grad-Celsius-Grenze bleiben wollen."

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Der Vertrag von Paris verpflichtet die Welt, bis zur Jahrhundertmitte weitgehend aus der Verbrennung von Öl, Kohle und Gas auszusteigen. Damit soll die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden.

Derweil nimmt der Druck auf die Autoindustrie zu, sich von Verbrennungsmotoren zu verabschieden. Ab 2040 werde Großbritannien den Verkauf neuer Diesel- und Benzinfahrzeuge verbieten, hatte Umweltminister Michael Gove am Mittwoch mitgeteilt. Frankreichs Regierung hatte kürzlich ebenfalls für 2040 ähnliche Verbote angekündigt.

Royal Dutch Shell hatte im vergangenen Jahr den Gasriesen BG Group für umgerechnet knapp 53 Milliarden Euro geschluckt und wurde damit zum weltweit größten Anbieter von Flüssiggas. Der Öl-Gigant geht davon aus, dass die Nachfrage sich weltweit weg von fossiler Energie hin zu Energie entwickelt, die sauberer ist. Der Konzern kündigte an, jährlich rund eine Milliarde Dollar in seine Neue-Energie-Sparte zu investieren. Royal Dutch Shell sieht beispielsweise Chancen in Wasserstoffbrennzellen und Bio-Kraftstoffen für Flugverkehr, Schifffahrt und den Transport schwerer Fracht - also in Bereichen, für die Batterien nicht geeignet sind.

Quelle: n-tv.de, jga/DJ

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