Wirtschaft

Nach Gerichtsurteil zu CO2 Shell bessert Klimaziele deutlich nach

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Shell muss alle seine Emissionen, einschließlich der aus der Verbrennung seiner Produkte, bis 2030 um 45 Prozent reduzieren.

(Foto: dpa)

Der Ölkonzern Shell ist wegen der Turbulenzen auf den Rohstoffmärkten in die roten Zahlen gerutscht. Gleichzeitig muss er sich neuen Herausforderungen stellen: Ein Gericht verdonnert ihn zu einer verbesserten Umweltbilanz - daran will er nun arbeiten.

Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell setzt sich neue Klimaziele. Bis 2030 will Shell die absoluten Emissionen aus seiner Geschäftstätigkeit gegenüber dem Niveau von 2016 halbieren, wie das Unternehmen mitteilte. Shell hatte erklärt, bis 2050 klimaneutral werden zu wollen. Der Konzern steht aber unter Druck, schneller mehr zu tun, nachdem ihn ein niederländisches Gericht im Mai zu strikteren CO2-Zielen verdonnert hatte.

Demnach soll Shell alle seine Emissionen, einschließlich der aus der Verbrennung seiner Produkte durch Kunden, bis 2030 um 45 Prozent reduzieren. Shell hatte sich ursprünglich vorgenommen, bis 2023 die Emissionen um mindestens sechs Prozent, bis 2030 um 20 Prozent und bis 2035 um 45 Prozent im Vergleich zu 2016 zu senken.

Zudem ist Shell wegen der Turbulenzen auf den Rohstoffmärkten überraschend in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand in den Monaten Juli bis September ein Verlust von 447 Millionen Dollar (385 Millionen Euro) in den Büchern, wie das Unternehmen mitteilte. Grund dafür war eine Abschreibung von 5,2 Milliarden Dollar auf die Bewertung von Terminkontrakten für Rohstoffe, die das Unternehmen zur Absicherung von Schwankungen auf den Märkten abgeschlossen hatte.

Außerdem belasteten im vergangenen Quartal die Folgen des Hurrikans "Ida", der zu Ausfällen bei der Förderung führte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn ging deshalb im Quartalsvergleich trotz höherer Ölpreise um rund ein Viertel auf 4,1 Milliarden Dollar zurück. Das kommt für Analysten überraschend - diese hatten mit einem Gewinn auf dem Niveau des zweiten Quartals gerechnet. Der Umsatz lag wie im zweiten Quartal bei knapp 62 Milliarden Dollar. Da der Vorjahreswert stark von den Folgen der Corona-Krise und dem Ölpreisverfall belastet war, ist der Quartalsvergleich aussagekräftiger. Inzwischen hat sich der Markt erholt und Öl kostet so viel wie seit Jahren nicht mehr.

Quelle: ntv.de, lve/AFP/dpa

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