Wirtschaft

Ölkonzern treibt Umbau voran Shell verlässt Niederlande aus Steuergründen

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Aus "Royal Dutch Shell" soll schlicht "Shell" werden.

(Foto: imago images/NurPhoto)

Ölmulti Shell arbeitet am Umbau seiner Unternehmensstruktur. Dafür schließt der Konzern seine Zentrale in den Niederlanden und zieht nach Großbritannien. Auch der Name soll der Neuausrichtung zum Opfer fallen.

Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell will seine komplexe Aktien-Struktur aufgeben und seinen Hauptsitz aus steuerlichen Gründen nach Großbritannien verlegen. Der Öl-Riese will damit seine Investoren an Bord halten und auch einen Konflikt mit dem Anteilseigner Third Point entschärfen.

Royal Dutch Shell
Royal Dutch Shell 21,21

Eine einfache Aktien-Struktur erleichtere Shell Rückkäufe eigener Anteilsscheine, teilte der Konzern mit. Die Anteilseigner sollen darüber am 10. Dezember abstimmen. Aber auch der Name des Konzerns soll sich ändern: Das "Royal Dutch" fällt weg, der Ölmulti firmiert künftig nur noch unter "Shell". Seinen steuerlichen Hauptsitz will Shell zudem aus den Niederlanden nach Großbritannien verlegen.

Die Regierung der Niederlande sprach von einer "unangenehmen Überraschung". Sie bedauere diese Entscheidung zutiefst, twitterte Wirtschaftsminister Stef Block. Den Haag sei aber bereits in Gesprächen über die Folgen für Arbeitsplätze, Investitionen und Nachhaltigkeit. All dies sei "immens wichtig". Die Regierung in London begrüßte die Pläne. An der Börse in London legten die Shell-Aktien am Morgen zu.

Shell steht wie auch andere große Ölkonzerne unter zunehmendem Druck von Regierungen und Investoren, seine Emissionen zu reduzieren. Das Unternehmen hat sich bereits von Geschäften mit fossilen Brennstoffen getrennt und gleichzeitig seinen Anteil an erneuerbaren Energien ausgebaut. Shell hatte erklärt, bis 2050 klimaneutral werden zu wollen, steht aber unter Druck, schneller mehr zu tun. Der Investor Third Point will zudem eine Aufspaltung des Konzerns durchsetzen. Das Management von Shell hat solchen Forderungen aber bereits eine Absage erteilt.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/AFP

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