Steigender Strombedarf durch KISiemens Energy plant Investitionsoffensive in den USA

Der Strombedarf in den USA explodiert angesichts des Booms von Rechenzentren, die für Künstliche Intelligenz benötigt werden. Davon will auch Siemens Energy profitieren. Das Unternehmen sieht seine Rolle dabei vor allem in der Herstellung von Komponenten für Hochspannungsnetze.
Der Energietechnikhersteller Siemens Energy will in den USA angesichts eines steigenden Strombedarfs durch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) eine Milliarde Dollar investieren. Dabei sollen unter anderem bestehende Standorte in fünf US-Bundesstaaten erweitert und ein neues Werk in Mississippi gebaut werden, wie das Unternehmen mitteilte. In der Folge sollen in den kommenden Jahren 1500 neue Arbeitsplätze entstehen.
Siemens produziere seit mehr als einem Jahrhundert in den USA und Siemens Energy erlebe derzeit "ein außergewöhnliches Wachstum, wie es nur selten vorkommt", erklärte der Vorstandsvorsitzende, Christian Bruch. "Der Aufschwung der US-Industrie und das rasante Wachstum im Bereich Künstlicher Intelligenz treiben diese Entwicklung maßgeblich voran." Es steige der Strombedarf "deutlich und es entstehen neue Investitionen im gesamten Energiesektor", von denen der Konzern profitieren wolle.
Siemens Energy beschäftigt nach eigenen Angaben in den USA rund 12.000 Menschen. Beim geplanten Ausbau der bestehenden Fertigung handele es sich "vor allem um zusätzliche Kapazitäten für Produktion und Wartung von Transformatoren, die für den effizienten Transport von Strom über Hochspannungsnetze gebraucht werden", fuhr der Konzern fort. Auch sei "die lokale Fertigung einiger weniger großer Gasturbinen" vorgesehen, jedoch bleibe die "Hauptproduktion dieser Turbinen" weiterhin in Berlin.
Zusammenarbeit mit Chip-Entwickler
Wie Siemens Energy weiter erklärte, werden am Standort in Charlotte in North Carolina "die Fertigungs- und Servicekapazitäten für Großtransformatoren ausgebaut und die Produktion großer Gasturbinen (in kleinerem Umfang) wieder aufgenommen". Der Standort in Orlando in Florida soll demnach unter anderem um "ein neues Labor für digitale Netztechnologien mit künstlicher Intelligenz" in Zusammenarbeit mit dem Chip-Entwickler Nvidia erweitert werden.
In Mississippi soll den Konzernangaben zufolge ein ganz neues Werk entstehen, "das künftig zentrale Komponenten für das Stromnetz herstellen wird". Den Angaben zufolge hatte Siemens Energy seine Pläne schon im November bei einem Kapitalmarkttag in Charlotte vorgestellt und machte nun nähere Angaben dazu.
Der Vorstandsvorsitzende Bruch erklärte, die US-Regierung setze "klare Prioritäten bei Energiesicherheit, einem zuverlässigen und widerstandsfähigen Stromnetz sowie beim Ausbau industrieller Arbeitsplätze". US-Präsident Donald Trump begründet seine aggressive Zollpolitik unter anderem damit, wieder mehr Industrieproduktion in die USA holen zu wollen.