Wirtschaft

Kliniken rüsten auf Siemens Healthineers sieht Investionslust

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Die frühere Siemens-Tochter hebt die Prognose an

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Geschäft mit den Corona-Tests läuft bei Siemens Healthineers aus - Grund ist die nachlassende Nachfrage. Allerdings registriert das Unternehmen eine hohe Bereitschaft, in neue Medizintechnik zu investieren. Davon werde man profitieren, hieß es.

Das florierende Geschäft mit Corona-Schnelltests läuft für den Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers allmählich aus. 920 Millionen Euro hat die Siemens-Tochter bisher mit den Antigen-Tests umgesetzt, allein 600 Millionen von April bis Juni. Doch mit dem Abflauen der Pandemie lasse die Nachfrage der öffentlichen Hand bereits deutlich nach, die Healthineers unter anderem mit Tests für Schulen beliefert hatte, sagte Vorstandschef Bernd Montag. Eine Milliarde Umsatz soll es bis Ende September noch werden, mehr nicht. Von den Tests gebe es inzwischen genügend

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Wie es mit den Schulen weitergehe, werde sich zeigen. "Aber auch hier sind die Preisniveaus auf einem ganz anderen Niveau, als wir das am Anfang gesehen haben", sagte Montag.

Nun rücken die Laborstraßen und Computertomografen wieder in den Vordergrund, die der Konzern eigentlich verkauft, die von den Kliniken in der Pandemie weniger nachgefragt wurden. "Wir sehen, dass die Investitionsbereitschaft für moderne Medizin zurzeit sehr hoch ist", sagte Montag. "Davon werden wir sicher auch profitieren." Inzwischen investierten die Kliniken und Praxen wieder in bildgebende Geräte (MRT, CT, Röntgen) und verbrauchten mehr Reagenzien für Routineuntersuchungen im Labor.

"Wir sind auf einem nachhaltigen Weg zu weiterem Umsatzwachstum", sagte Montag. Er hob die Prognosen für das Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende September) auch deshalb noch einmal an. Der Konzernumsatz soll auf vergleichbarer Basis - also ohne den übernommenen Krebs-Spezialisten Varian - um 17 bis 19 (bisher: 14 bis 17) Prozent zulegen. Allein im dritten Quartal lag das vergleichbare Plus bei 38 Prozent. Nach neun Monaten stehen 12,4 Milliarden Euro zu Buche, bereinigt ist das ein Zuwachs von 16 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie werde Ende September bei 1,95 bis 2,05 (2019/20: 1,61) Euro liegen, sagte Siemens Healthineers voraus. Das wäre ein Gewinn von bereinigt rund 2,2 Milliarden Euro.

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Seit Mitte April gehört die US-Firma Varian zu Siemens Healthineers, mit mehr als 15 Milliarden Euro der teuerste Zukauf in der Siemens-Geschichte. 98 Millionen Euro hat Varian in zweieinhalb Monaten zum bereinigten Quartalsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 945 Millionen Euro beigetragen. Im Vorjahresvergleich hat es sich damit mehr als verdoppelt und die Analystenschätzungen bei weitem übertroffen.

Finanzvorstand Jochen Schmitz schraubte die Umsatz- und Gewinnerwartungen für Varian gleich nach oben. "Am Anfang lassen sich Kostensynergien relativ leicht heben", sagte Vorstandschef Montag. Seine Pläne für die Integration des Krebs-Spezialisten will er im November vorstellen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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