Wirtschaft

Waffenlieferung nach Kolumbien Sig Sauer soll Millionenstrafe zahlen

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Mit solchen Handfeuerwaffen vom Typ M18 stattet Sig Sauer die US-amerikanische Armee aus - hierbei handelt es sich jedoch nicht um die nach Kolumbien exportierten Pistolen.

(Foto: dpa)

Der Eckernförder Waffenhersteller Sig Sauer liefert Zehntausende Pistolen in die USA, die schließlich im kolumbianischen Drogenkrieg landen - laut Staatsanwaltschaft Kiel illegal und ohne Genehmigung. Nach vier Jahren Ermittlungen erhebt sie nun Anklage.

Die Staatsanwaltschaft in Kiel hat Anklage gegen fünf Manager des Waffenherstellers Sig Sauer wegen eines nicht genehmigten Exports von Pistolen nach Kolumbien erhoben. 36.628 Waffen aus der unternehmenseigenen Produktion in Deutschland seien ohne entsprechende Genehmigungen über eine Tochterfirma in den USA an die kolumbianische Polizei geliefert worden, sagte Behördensprecher Axel Bieler.

Zudem will die Staatsanwaltschaft dem Waffenhersteller eine Geldstrafe von zwölf Millionen Euro auferlegen. Damit soll die gesamte Summe, die Sig Sauer mit dem Verkauf der Pistolen erzielte, eingezogen werden, sagte Bieler. Notwendig sei dafür aber noch ein entsprechender Gerichtsbeschluss. Man halte den Verkauf für illegal.

Laut Anklage wird Sig Sauer zur Last gelegt, zwischen April 2009 und Juni 2012 70.000 Pistolen an sein US-Tochterunternehmen geliefert zu haben. Zudem das Unternehmen den Behörden gegenüber angegeben haben, dass diese für den US-amerikanischen Markt bestimmt seien. Tatsächlich aber wurde mehr als die Hälfte der Waffen von dort an die kolumbianische Polizei weitergeleitet. Damit habe das Unternehmen wissentlich gegen die Außenwirtschaftsverordnung verstoßen, sagte Bieler. Den Angeklagten drohen im Falle einer Verurteilung Haftstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen. Franz von Stauffenberg, seit 2016 Geschäftsführer des Waffenherstellers, gehört nicht zu den Angeklagten.

Kolumbien kaufte Waffen für 29 Millionen Dollar

Nach Ansicht von Sig Sauer erfolgten die Ausfuhren in die USA "stets rechtskonform". Das Unternehmen lieferte nach eigenen Angaben Pistolen und Pistolenteile an die US-Tochter Sig Sauer Inc.. Diese wiederum habe auf Basis eines Rahmenvertrages die US-Regierung mit Pistolen beliefert. Die damalige US-Regierung unter Präsident Barack Obama schließlich habe die kolumbianische nationale Polizei durch die Lieferung von Kurzwaffen bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität unterstützt, hieß es in einer Stellungnahme.

Den "Kieler Nachrichten" zufolge hat Kolumbien von 2006 an über das US-Verteidigungsministerium knapp 65.000 Pistolen vom Typ SP 2022 für 28,6 Millionen Dollar gekauft, von denen ein Teil in Eckernförde hergestellt worden sei. Für dieses Geschäft soll es keine Genehmigung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte bereits 2014 nach Bekanntwerden der Vorwürfe Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Unternehmens eingeleitet.

Sig Sauer baut Gewehre und Pistolen für Sport, Jagd, Militär und Polizei. Exporte von Waffen müssen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn genehmigt werden. Es gelten strenge Auflagen.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

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