Wirtschaft

Russen verzichten auf Bobby-Cars Simba Dickie ächzt unter Rubel-Krise

Die politischen Krisen in Osteuropa machen Simba Dickie zu schaffen. Nach einem miserablen Russland-Geschäft blickt der Spielzeughersteller auf ein schwieriges Jahr zurück. Etwas positiver sieht die Bilanz bei der krisengeschüttelten Übernahme Märklin aus.

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In Russland - 2013 noch der drittwichtigste Markt für Simba Dickie - sind die Erlöse um 20 Prozent eingebrochen.

(Foto: imago/Horst Galuschka)

Die Zurückhaltung der russischen Käufer sowie die Abwertung des Rubels und weiterer Währungen haben dem Spielwarenhersteller Simba Dickie im vergangenen Jahr zugesetzt. "2014 war für uns kein leichtes Jahr, wir sind beim Ergebnis aber trotzdem noch mit einem blauen Auge davongekommen", schilderte Firmenchef Michael Sieber.

Zu dem Fürther Familienunternehmen gehören unter anderem die Marken Simba und Dickie, der Bobby-Car-Hersteller Big, Smoby, Schuco und Eichhorn. Der Gesamtumsatz der Gruppe sank um 4,5 Prozent auf 602 Millionen Euro. "Die Erträge sind im Vergleich zu 2013 aber nur geringfügig zurückgegangen", sagte Finanzchef Manfred Duschl. "Ansonsten ist die Ertragslage gut, stabil und äußerst solide."

Die Simba-Dickie-Gruppe bekam die politische Krise in Osteuropa und den Währungsverfall in verschiedenen Ländern 2014 deutlich zu spüren. Allein in Russland - 2013 noch der drittwichtigste Markt für die Gruppe - sind die Erlöse um 20 Prozent eingebrochen. Hinzu kommt ein währungsbedingtes Minus von weiteren 15 Prozent bei der Ausweisung der Umsätze in Euro. Ähnlich sei die Situation auf niedrigerem Niveau in der Ukraine. Trotz der anhaltend angespannten Lage soll der Umsatz der Gruppe in diesem Jahr wieder um 2,5 Prozent zulegen.

Märklin ist fit für die Zukunft

Gut gerüstet für die Zukunft sieht sich auch der Modelleisenbahn-Hersteller Märklin. "Wir stehen jetzt auf einer richtig guten Basis, sowohl bei der Produktion als auch marktseitig", sagte Sieber. Märklin ist an die Gruppe angedockt, wird aber als eigenständiges Unternehmen geführt. Die Traditionsfirma war vor zwei Jahren aus einem Insolvenzverfahren heraus übernommen worden.

2014 ist kräftig in die Rückverlagerung von Werkzeugen und Formen aus China sowie in die Erweiterung des Werkes in Ungarn investiert worden. Zudem hat das Management bewusst auf Erlöse durch Rabatt-Aktionen verzichtet. Der Umsatz im Ende April zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2014/2015 werde daher von 101 Millionen Euro auf rund 98 Millionen Euro sinken. Der Gewinn sei aber weiterhin stabil.

Quelle: ntv.de, cri/dpa