Wirtschaft
Donnerstag, 15. Januar 2015

Treue zur "New York Times": Slim ist nun größter Aktionär

Carlos Slim hat während der Finanzkrise der renommierten "New York Times" mit einem Kredit ausgeholfen. Nun verstärkt der mexikanische Milliardär sein Engagement bei dem Blatt. Die "NYT" will das Slim-Geld für Aktienrückkäufe verwenden.

Carlos Slim
Carlos Slim(Foto: AP)

Der mexikanische Milliardär und Telekom-Unternehmer Carlos Slim ist zum größten Aktionär der renommierten Zeitung "New York Times" aufgestiegen. Nach der Ausübung von Kaufoptionen verdoppelte der 74-jährige seinen Anteil an dem Verlagshaus auf 16,8 Prozent.

Die Anteilsaufstockung geht auf eine Transaktion im Jahr 2009 zurück. Damals half Slim der Zeitung mit einem Kredit über 250 Millionen US-Dollar aus, verbunden mit der Option zum Kauf der Aktien. Die "New York Times" litt damals unter einer Anzeigenflaute in der Finanzkrise und trug einen wachsenden Schuldenberg mit sich herum. Slim eilte zur Hilfe - und verdiente richtig Geld damit. Die Zeitung zahlte den Kredit bereits 2011 zurück, dreieinhalb Jahre, bevor das Darlehen fällig geworden wäre. Slim erhielt zudem Zinsen im Umfang von 122 Millionen Dollar und eine Vorfälligkeitsentschädigung.

Mit der erhaltenen Kaufoption erwarb der Manager nun 15,9 Millionen A-Aktien des Verlagshauses für 101 Millionen Dollar. Slim macht damit ein Schnäppchen, denn an der Börse sind die Anteilsscheine fast doppelt so hoch bewertet.

Die "NYT" will das Geld von Slim für Aktienrückkäufe verwenden. Ein Sprecher des Investors sagte, angesichts der Börsenbewertung und des günstigen Preises wäre es dumm gewesen, die Optionen nicht auszuüben. Slim betrachte sein Engagement aber ausschließlich als Finanzinvestition. Er wolle die neu erworbenen Aktien halten und keinen Einfluss auf das Management der Zeitung ausüben. Die New York Times sei nicht nur eine wertvolle Marke, sondern auch ein Produzent wertvoller Inhalte.

Sulzberger-Familie behält Kontrolle

Slim ist vor allem bekannt für sein Engagement als Telekom-Unternehmer. Der Manager kontrolliert den mexikanischen Telekomkonzern America Movil und ist mit diesem Unternehmen auch an zahlreichen europäischen Telekombetreibern beteiligt. Der Geschäftsmann ist aber auch in anderen Branchen engagiert, von Bergbau über Immobilien bis Banken ist vieles dabei.

Der Investor ist nun zwar größter Einzelaktionär bei der "New York Times". Die Kontrolle über die Zeitung übt aber weiterhin die Sulzberger-Familie mit ihren stimmberechtigen B-Aktien aus. Die B-Aktionäre können neun der 13 Mitglieder des Verwaltungsrates bestimmen, A-Aktionäre wie Slim nur vier Board-Mitglieder. Die "New York Times" leidet derzeit wie viele Zeitungen unter fallenden Anzeigenerlösen. Im dritten Quartal wurden die fallenden Werbeumsätze der Print-Ausgabe aber durch steigende Einnahmen im Digitalgeschäft wieder aufgewogen. Zudem steigen die Abozahlen der Online-Ausgabe.

Quelle: n-tv.de