Wirtschaft

Profitipps für die Corona-Krise So finden Anleger Einstiegschancen

Am Aktienmarkt herrscht teilweise "nackte Panik", stellt Kapitalmarktstratege Oliver Roth fest. Und genau das biete langfristig orientierten Privatanleger Chancen. Wer die nutzen will, sollte eine entscheidende Frage stellen.

Die Börsen brechen weltweit ein. Selbst sogenannte sichere Häfen wie Gold bescheren Anlegern deutliche Verluste. Und dabei deutet vieles darauf hin, dass die Ausbreitung des neuen Coronavirus Sars-Cov2 erst noch am Anfang steht. Privatanleger sollten sich dennoch keineswegs von der Nervosität am Finanzmarkt anstecken lassen, rät Oliver Roth, Kapitalmarktstratege bei Oddo Seydler, im ntv-Interview.

Gold, Feinunze
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Die Volatilität gehe vor allem von institutionellen Investoren aus, die meist kurzfristig orientiert seien. "Privatanleger sollten die Füße stillhalten", sagt Roth. "Die sollten sich nicht von den institutionellen Investoren, die sehr nervös sind, beeinflussen lassen." Niemand könne genau vorhersagen, wann die aktuelle Korrektur vorbei sei, aber: "Aus meiner Sicht hat diese Börse kurze Beine." Das heißt, auf die für private Anleger maßgebliche mittel- oder langfristige Sicht hat der derzeitige Einbruch kaum Auswirkungen. Im Gegenteil: Er biete sogar Einstiegschancen.

Wie man diese Einstiegschance am besten nutzt, erklärt Autor und Vermögensberater Jens Bernecker bei ntv. Die Frage, die Anleger nun stellen müssten, sei: "Wo stehen die Unternehmen mit ihren Ergebnissen am Jahresende?" Viele Firmen haben in den vergangenen Wochen berichtet, dass ihre Produktion gestört oder teilweise zum Erliegen gekommen sei. Deshalb müssten die Prognosen und Schätzungen für dieses Jahr revidiert werden. Entscheidend sei dabei, ob diese Unternehmen in der Lage seien, in den nächsten Monaten ihre Ausfälle wieder zu kompensieren, sagt Bernecker. "Wenn diese Frage mit Ja beantwortet werden kann, sollte man sich die entsprechende Aktie anschauen. Wie stark ist sie gefallen? Und wenn sie überproportional gefallen ist, was in den meisten Fällen so ist, dann sollte man diese Chance nutzen."

Weniger erfolgversprechend ist Bernecker zufolge dagegen die Suche nach sogenannten sicheren Häfen - Anlagemöglichkeiten, die auch in der Krise Stabilität versprechen. "Es gibt ein paar Branchen, die sind ein bisschen resistent, zum Beispiel die Immobilienbranche", sagt Bernecker. Dazu kämen einige Nischen, wie die Gaming-Branche, die ebenfalls beim Kursrutsch "relativ ungeschoren" davongekommen sei. "Aber insgesamt ist auf breiter Front verkauft worden, es gibt keine wirklich sicheren Häfen", warnt Bernecker. Selbst Gold sei verkauft worden. "Das zeigt, dass Panik und Angst geherrscht hat und nicht der Sachverstand."

Genau diese Angst kurzfristig ausgerichteter institutioneller Investoren böte Privatanlegern eine Chance, ist sich auch der erfahrene Kapitalmarktstratege Roth sicher: "Wenn möglich, sollte man jetzt investieren, wenn institutionelle Anleger so nervös sind. Das ist eigentlich immer in den letzten 30, 40 Jahren, seit ich dabei bin, eine gute Kaufgelegenheit gewesen."

Quelle: ntv.de, mbo