Wirtschaft

Mammutaufgabe der "Quotenfrau" So plant Nikutta die Wende bei DB Cargo

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(Foto: picture alliance/dpa)

Sigrid Nikutta ist eine Frau für die schwierigen Fälle. "Meine Aufgabe ist es, diesem Tanker wieder eine andere Richtung zu geben." Der Tanker ist DB-Cargo, das Logistikunternehmen und ewige Sorgenkind der Deutschen Bahn.

Sigrid Nikutta ist eine Frau für die schwierigen Fälle. "Meine Aufgabe ist es tatsächlich, diesem Tanker wieder eine andere Richtung zu geben." Der Tanker ist DB-Cargo, das Logistikunternehmen und ewige Sorgenkind der Deutschen Bahn. Seit Anfang des Jahres ist Nikutta die Vorstandsvorsitzende des Unternehmens und soll die Wende schaffen. "Digitalisierung ist für uns der große Game-Changer", ist die Managerin in der neuen Folge "So techt Deutschland" überzeugt. Damit will die Bahn den Lkw als wichtigstes Transportmittel der Logistik ablösen.

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Sigrid Nikutta soll die DB Cargo sanieren.

(Foto: DB AG/Max Lautenschläger)

Auch im Sinne der Umwelt: "Es reicht nicht Bio zu kaufen. Es muss auch Bio transportiert worden sein", erklärt Nikutta. Und die Schiene sei nun mal die umweltfreundlichste Lösung.

Aber auch bei den Prozessen gibt es Luft nach oben. "Die einzelnen Wagen werden noch manuell gekoppelt", erzählt die neue Cargo-Chefin. Eine körperlich schwere Arbeit, die bald überflüssig sein soll. Die Waggons sollen mit automatisierten Kupplungen ausgestattet werden, die auch Luftstrom- und Datenleitungen miteinander verbinden. "Damit habe ich dann wirklich eine digitalisierte Zugkette", erklärt Nikutta. Damit das alles reibungslos funktioniert, müssten 500.000 Wagen digital aufgerüstet werden.

Psychologie hilft

Um die DB-Cargo zurück in die Gewinnzone zu bringen, wird das aber nicht reichen, die Bahn-Tochter ist eine Mammutaufgabe. Dass sie so etwas kann, hat Sigrid Nikutta aber als Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bewiesen. Was ihr dabei hilft: das Psychologiestudium. Das sei "für das Management schon äußerst hilfreich".

Ob es ihr geholfen hat, sich in einer vermeintlichen Männerdomäne durchzusetzen? Mit dem Begriff "Quotenfrau" hat Sigrid Nikutta kein Problem. Anders als früher ist sie heute ein Fan der Frauenquote. "Am Anfang meiner Karriere hätte ich immer gesagt, das ist unnötig, weil irrelevant." 30 Jahre später unterstützt die erfolgreiche Managerin die Kampagne des "Stern".

Wie es Sigrid Nikutta mit Frauen in Führungspositionen im eigenen Unternehmen hält, warum es in Deutschland eine Männerquote gibt und wie es mit der DB Cargo weitergehen soll, erzählt sie in "So techt Deutschland".

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Prominente Frauen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur solidarisieren sich im "Stern" und bekennen: "Ich bin eine Quotenfrau." Insgesamt 40 Frauen ließen sich für #Quotenfrau porträtieren, darunter die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, die CDU-Vorsitzende und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, Comedian Carolin Kebekus, Polit-Ökonomin Maja Göpel, Moderatorin Caren Miosga und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal.

Im "Stern" erzählen sie, warum sie Quotenfrauen sind - mit dem Ziel, dem Begriff "Quotenfrau" alle Vorurteile zu nehmen. Der "Stern" bündelt ihre Stimmen und gibt ihrer Forderung ein Gesicht bzw. viele Gesichter. Anna-Beeke Gretemeier, Stern-Chefredakteurin: "Die Frauen, die im Stern zu Wort kommen, gehören fast alle zu denen, die in den oberen Rängen mitmischen, "obwohl" sie Frauen sind. Die meisten sind keine Quotenfrauen im Wortsinn, sie werden aber oft so gesehen und auch so behandelt: als etwas Besonderes, als Ausnahme, als Aushängeschild. Nur nicht als das, was sie sind: eine Selbstverständlichkeit."

Quelle: ntv.de