Wirtschaft

Allzweckwaffe aus Seattle So reich wurden Anleger mit Amazon

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Amazon ist an der Börse mehr als 700 Milliarden Dollar wert.

(Foto: REUTERS)

Fast 1500 Dollar kostet eine Amazon-Aktie. Wer diese Summe beim Börsengang investiert hätte, wäre heute Millionär. Kleiner Trost: Selbst Warren Buffett unterschätzte das Potenzial gewaltig,

Hinterher ist man immer schlauer. "Ich war zu blöd, um zu realisieren, was passieren würde", sagt Warren Buffett. Worüber sich der legendäre Investor ärgert: Er war im Mai 1997 nicht dabei, als ein Unternehmen namens Amazon an die Börse ging.

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Ein Aktienkauf wäre tatsächlich eine gute Idee gewesen. Denn wer beim Börsengang zugegriffen hat und heute noch immer Aktionär ist, darf sich kräftig auf die Schulter klopfen: 18 Dollar kostete eine Aktie, etwa 1460 Dollar sind es aktuell. Es hätte also gereicht, ein paar Dutzend Aktien zu kaufen, um heute Millionär zu sein.

Das liegt daran, dass es bei Amazon drei Aktiensplits gegeben hat, um die Anteilsscheine optisch zu verbilligen. Wer damals eine Aktie gekauft hat, hat mittlerweile zwölf Amazon-Papiere im Depot. Das heißt: Aus einem Investment von 1800 Dollar für 100 Aktien wären heute mehr als 1,7 Millionen Dollar geworden.

Aus dem damals als "Online-Buchhändler" tätigen Unternehmen ist mittlerweile das weltweit viertwertvollste Unternehmen geworden, mehr als 700 Milliarden Dollar bringt Amazon an der Börse auf die Waage. Gründer Jeff Bezos gilt als der reichste Mensch mit einem von "Bloomberg" auf 122 Milliarden Dollar geschätzten Vermögen. Warren Buffet liegt mit 84,5 Milliarden auf dem dritten Platz.

Marktführer im Cloud-Geschäft

Die Entwicklung von Amazon ist schwindelerregend: Beim Börsendebüt wurde das Unternehmen mit rund 438 Millionen Dollar bewertet, es hatte lediglich 256 Angestellte. Die Website besuchten täglich 80.0000 Menschen, rund 20 Jahre später sind es alleine in den USA mehrere Millionen. Und noch ein paar Zahlen: Im Quartal vor dem Börsengang lag der Umsatz bei 16 Millionen Dollar. Nach Börsenschluss in den USA wird Amazon am Abend die Bilanz für das erste Quartal dieses Jahres präsentieren: Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatz in Höhe von knapp 50 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen aus Seattle ist längst nicht mehr nur ein Riese im Onlinehandel, sondern ist mit der fast 14 Milliarden Dollar schweren Übernahme der Bio-Supermarktkette Whole Foods auch im Einzelhandel aktiv.

Mit AWS ist Amazon zum Marktführer im Cloudgeschäft aufgestiegen. Das Unternehmen stellt hier Rechenkapazitäten auf externen Servern bereit und bietet Kunden damit eine Plattform, über die diese ihre IT abwickeln können. Zum anderen wird die dafür nötige Software verkauft. Die Sparte, die unter anderem mit Angeboten von Google und Microsoft konkurriert, hatte ihren Umsatz im Weihnachtsquartal um 45 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar hochgeschraubt.

Längst bietet der Konzern seinen Prime-Mitgliedern, die ein monatliches Abonnement haben, nicht nur kostenlose Lieferungen an, sondern produziert für den gleichnamigen Streaming-TV-Dienst auch eigene Inhalte - und konkurriert damit unter anderem mit Netflix.

Zugleich hat Amazon neben den Kindle-Lesegeräten auch den Sprachassistenten Alexa entwickelt, der beispielsweise in die vernetzbaren Echo-Lautsprecher eingebaut ist. Amazon streckt seine Fühler nach und nach in immer neue Felder aus. Das Unternehmen arbeitet derzeit etwa an Haus-Robotern. Und bei einem Projekt ist auch Buffett an Bord: So will Amazon mit dessen Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hthaway und der größten US-Bank JP Morgan eine Krankenversicherung gründen.

Quelle: ntv.de, mit rts/dpa