Wirtschaft

Kommt die zweite Welle? So schützen Sie Ihr Depot vor Corona-Wirren

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Wie wird sich der Dax entwickeln?

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf den Absturz der weltweiten Aktienmärkte im März folgt eine kräftige Erholung. Doch die könnte sich als Ruhe vor dem nächsten Ausverkauf erweisen. Wer clever handelt, kann auch drohende Turbulenzen gelassen überstehen. 

So mancher Anleger reibt sich derzeit verwundert die Augen. Obwohl die Corona-Pandemie mittlerweile voll auf die Wirtschaft durchschlägt und etwa US-Notenbankchef Jerome Powell vor der schlimmsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg warnt, präsentieren sich die Aktienmärkte recht optimistisch. Doch langsam bröckeln die Kurse wieder. Ist die Erholung seit den Tiefständen vom März nur ein Zwischenschritt vor einem zweiten Corona-Crash?

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Es zeichnen sich durchaus erste Anzeichen einer neuen Verkaufswelle ab. Ob es allerdings wirklich dazu kommt, weiß niemand. Doch Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste - und für eine Absicherung des eigenen Depots ist es nicht zu spät.

Das ist gar nicht so kompliziert. Und was wäre schon eine Alternative? Anleger können ihre Aktien aus Angst vor einem Crash verkaufen. Das allerdings erscheint dann doch übertrieben. Stattdessen können sie ihr Depot einfach und kostengünstig absichern - je nach Depot geht das mit einem einzigen Wertpapier.

Nun sieht jedes Depot anders aus, dennoch sind viele Anleger hierzulande in deutsche Aktien investiert. Deshalb stellen wir beispielhaft die Absicherung eines Depots aus den Dax-Einzelaktien oder eines Dax-ETFs vor.

Den Turbo zünden

Das klassische Absicherungsinstrument dafür ist ein Put-Optionsschein auf den deutschen Leitindex, weil er bei fallenden Kursen gewinnt. Rückschläge in einem Dax-Depot werden also durch die Put-Gewinne ausgeglichen. Der Nachteil von Puts im aktuellen Umfeld mit großen Schwankungsbreiten und hoher Unsicherheit: Sie sind vergleichsweise teuer. Je höher die Volatilität, desto teurer sind Put-Optionsscheine.

Bei Turbos als alternatives Absicherungsinstrument spielt die Volatilität hingegen kaum eine Rolle. Sogenannte Turbo-Bear-Papiere gewinnen ebenfalls bei fallenden Kursen und gleichen Depotverluste aus, besitzen aber einen Nachteil: Wenn der Index einen bestimmten Punktestand erreicht, verfällt der Turbo und die Absicherung ist verloren. Anleger müssen daher auf einen ausreichenden Abstand zwischen Knock-out-Schwelle und aktuellem Indexstand achten, um einen K.o. zu vermeiden.

Um die benötigte Anzahl an Papieren zur Absicherung zu ermitteln, wird der Depotwert durch den aktuellen Dax-Stand geteilt und anschließend mit dem Bezugsverhältnis (meist 100:1) multipliziert. Ein Rechenbeispiel: Für ein Depot im Wert von 10.000 Euro sind bei einem Indexstand von 10.300 Punkten zur vollständigen Absicherung daher rund 97 Turbo-Bear-Papiere erforderlich. Bei einem Depotwert von 20.000 entsprechend das Doppelte an Turbos.

Zur Umsetzung bietet sich zum Beispiel ein Bear-Schein der DZ Bank mit der WKN VE8QJH (Hebel 7) an. Eine Alternative ist das niedriger gehebelte Papier mit der WKN DDA1HY (DZ Bank, Hebel 4). Die Knock-out-Schwellen beider Papiere liegen deutlich über dem aktuellen Kurs, sodass ein schneller K.o. unwahrscheinlich ist.

Natürlich kann auch nur eine Teilabsicherung mit weniger Scheinen vorgenommen werden. So können Anleger auch möglichen Turbulenzen in den häufig schwierigen Sommermonaten gelassen entgegensehen.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten wie Optionsscheinen auf den DAX dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Benjamin Feingold betreibt das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter info@feingold-research.com an

Quelle: ntv.de