Wirtschaft

Blaues Auge oder schlimmer? So trifft das Coronavirus deutsche Autobauer

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5,2 Millionen der von deutschen Autobauern weltweit produzierten Pkw finden in China Käufer. Das ist ein Drittel der Gesamtproduktion.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen der Corona-Epidemie können viele Chinesen nicht zur Arbeit gehen. Bänder deutscher Autobauer im Land stehen somit still. Wie lange, ist unklar. Noch breitet sich das Virus aus. Wie teuer es für die Konzerne werden kann, zeigt eine Beispielrechnung des CAR-Centers der Uni Duisburg-Essen.

Die Corona-Epidemie könnte den deutschen Autobauern einen empfindlichen Dämpfer versetzen. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr mussten Fabriken ihre Tore schließen. Die Mitarbeiter sind zu Hause, wer kann, arbeitet von dort. Auch die Werke deutscher Autobauer in China sind von der angeordneten Zwangspause betroffen. Die Produktion steht vielerorts still, Heimarbeit ist hier keine Option. Wie das CAR-Center der Universität Duisburg-Essen vorrechnet, gehen den Autobauern dadurch Tag für Tag Millionen an Umsatz verloren.

Laut den Experten setzen die deutschen Hersteller in China zusammen schätzungsweise 150 Milliarden Euro pro Jahr um. Das entspricht bei 251 Arbeitstagen im Jahr rund 600 Millionen Euro pro Tag. Die Volksrepublik ist der wichtigste Automarkt der Welt. Keine Branche in Deutschland ist so eng mit China verbandelt wie die deutsche Autoindustrie. Mehr als jedes dritte Auto wird in China verkauft.

Bleiben ein Fünftel der Werke im Land nur für 21 Arbeitstage geschlossen, entspräche das Umsatzeinbußen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro, rechnet das CAR-Center vor. "Wenn in 14 Tagen der Höhepunkt der Epidemie erreicht ist, wie Experten prognostizieren, und in zwei Monaten alles wieder normal läuft, kommt die Industrie mit einem dicken blauen Auge davon", sagt Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer ntv.de. Sollte es länger dauern, werde es anfangen, "weh zu tun".

"Die chinesische Staatsregierung hat sehr beherzt eingegriffen - aber das Risiko weiterer Quarantäne-Gebiete ist nicht gering", heißt es in einer Kurzanalyse des CAR-Centers. "Mediziner rechnen mit wirksamen Impfstoffen nicht vor fünf bis sechs Monaten." Die deutsche Schlüsselindustrie leidet bereits unter dem weltweit stagnierenden Absatz und den milliardenschweren Investitionen in die E-Mobilität. Das Coronavirus droht wirtschaftlich zusätzliche Bremsspuren zu hinterlassen.

Quelle: ntv.de, ddi