Wirtschaft

CSU-Mann fordert Neustart Söder: "Das Auto ist nicht unser Feind"

105624702.jpg

CSU-Vorsitzender Söder fordert einen "Neustart für die Zukunftsidee des Autos".

(Foto: picture alliance/dpa)

Neben der Debatte um Abgase und Feinstaub will CSU-Chef Söder einen anderen Aspekt des Autos wieder mehr in den Vordergrund rücken: den des Arbeitsplatz-Beschaffers. Er fordert neue Ideen, um die Zukunft der Industrie zu sichern. E-Autos seien das jedoch nicht unbedingt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat einen nationalen Pakt zur langfristigen Sicherung der deutschen Automobilindustrie vorgeschlagen. "Wir müssen bei diesem Thema Verständnis wecken, dass es letztlich um Arbeitsplätze geht", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen". "Das Auto ist nicht unser Feind."

Der CSU-Vorsitzende will das Thema gemeinsam mit anderen Bundesländern und dem Bund anpacken, auch Gewerkschaften, Betriebsräte und Wissenschaftler sollen nach seinen Vorstellungen einbezogen werden. "Wir brauchen einen Neustart für die Zukunftsidee des Automobils, die Diskussion der vergangenen Jahre kann sich Deutschland auf Dauer nicht mehr leisten", sagte er.

Söder will eine deutsche Technologieführerschaft bei Antrieben, beim Autonomen Fahren sowie dem Aufbau einer heimischen Batterieproduktion erreichen. Dazu müssten die Forschungsaktivitäten bundesweit synchronisiert und eine gemeinsame nachhaltige Strategie entwickelt werden. "Das gilt für alle Autoländer in Deutschland, uns schwebt ein nationaler Automobilpakt vor."

Allerdings warnt Söder davor, sich dabei auf den Elektromotor zu beschränken. "Wir müssen in viele Richtungen forschen, etwa die Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen, die genauso relevant wie herkömmliche Kraftstoffe sein können."

Kritik an Grenzwerte-Diskussion

Gleichzeitig kritisiert Söder die Diskussion um Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid in deutschen Städten als unsachlich. "Derzeit geht es um Vorwürfe und Verschwörungstheorien", sagte er. Ideologen wollten "partout Verbote erlassen, während manche Lobbyisten jede Diskussion verhindern wollen." Die Diskussionen in Deutschland müssten dringend sachlicher geführt werden.

Auch wie die Messwerte in Städten zustande kommen, wird von Söder kritisiert. Es sei "wenig sinnvoll, wenn von einigen Messstationen mittels Hochrechnungen ein Gesamtwert für eine Stadt ermittelt wird." Außerdem entstehe durch Diesel-Fahrverbote ein Umgehungsverkehr, der die Situation nicht verbessere, sondern eher noch belaste.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP/dpa

Mehr zum Thema