Wirtschaft

Firma hat Sicherheitsbedenken SpaceX verbietet Zoom-Nutzung

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SpaceX soll die Nutzung verboten haben.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX verbietet aus Sicherheitsgründen das Videokonferenz-Tool Zoom. Laut eines internen Memos werde der Mitarbeiter-Zugriff sofort deaktiviert. SpaceX ist aber nicht das einzige Unternehmen, das "Zoombombing" befürchtet.

Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat seinen Mitarbeitern die Verwendung der Videokonferenz-App Zoom unter Hinweis auf "erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsbedenken" verboten. Dies geht aus einem Memo hervor, das die Nachrichtenagentur Reuters eingesehen hat. In einer E-Mail vom 28. März teilte SpaceX den Mitarbeitern mit, dass der Zugriff auf Zoom mit sofortiger Wirkung deaktiviert sei. "Wir verstehen, dass viele von uns dieses Tool für Konferenzen und Meeting-Support verwendet haben", so SpaceX in der Mitteilung. "Bitte verwenden Sie E-Mail, Text oder Telefon als alternative Kommunikationsmittel."

Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten den Inhalt der E-Mail. Auch die Nasa, einer der größten Kunden von SpaceX, untersagt ihren Mitarbeitern die Verwendung der Plattform, sagte Stephanie Schierholz, eine Sprecherin der US-Raumfahrtbehörde.

Das FBI-Büro in Boston gab eine Warnung über Zoom heraus und wies die Nutzer an, keine Besprechungen auf der Website öffentlich zu stellen. Das FBI hatte zuvor zwei Berichte über nicht identifizierte Personen erhalten, die in Schulsitzungen eingedrungen waren - ein Phänomen, das als "Zoombombing" bekannt ist. Die investigative Nachrichtenseite "The Intercept" berichtete am Dienstag, dass Zoom-Videos keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen den Nutzern haben und dass das Unternehmen Sitzungen einsehen könnte. Ein Vertreter von SpaceX, das mehr als 6000 Mitarbeiter beschäftigt, reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Zoom, dessen Nutzung in der Coronavirus-Krise explodierte, gelobt nach der Kritik an seinen Datenschutz-Vorkehrungen nun Besserung. Mehrere von Sicherheitsforschern aufgedeckte Sicherheitslücken seien gestopft worden, schrieb Firmenchef Eric Yuan in einem Blogeintrag. Zudem entfernte Zoom die Funktion, die dem Organisator einer Videokonferenz erlaubte, zu kontrollieren, welche Teilnehmer die App im Vordergrund haben und welche sich mit anderen Dingen beschäftigen. Zoom wurde für den Einsatz in Unternehmen entwickelt, in der aktuellen Krise sprangen aber auch in großem Stil Schulen, Kirchen und Verbraucher auf den Dienst auf. Dadurch seien im März bis zu 200 Millionen Nutzer an einem Tag aktiv gewesen, schrieb Yuan.

Quelle: ntv.de, sgu/rts

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