Wirtschaft

"Bin vermögenslos" Staatsanwälte ermitteln gegen Middelhoff

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt wieder gegen Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff.

(Foto: dpa)

Thomas Middelhoff hat wieder Ärger. Der ehemalige Arcandor-Chef soll vor seiner Privatinsolvenz Teile seines Vermögens verschoben haben. Middelhoff dementiert das.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat ein neues Ermittlungsverfahren gegen den früheren Top-Manager Thomas Middelhoff eingeleitet. Ermittelt werde wegen des Verdachts des Bankrotts, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft. Nach Recherchen des Westdeutschen Rundfunks und der "Süddeutschen Zeitung" geht es um Millionensummen, die der Manager vor seiner Privatinsolvenz verschoben und damit den Gläubigern entzogen haben soll.

Middelhoff wies die Vorwürfe zurück. "Ich habe keine Millionen zur Seite geschafft. Ich bin heute völlig vermögenslos. Richtig ist: Ich habe versucht Asset Protection, also Vermögensschutz, zu betreiben - innerhalb der rechtlichen Grenzen. Das hat aber zu nichts geführt. Alles ist weg", sagte er. Er sei damals von drei Kanzleien beraten worden und gehe davon aus, dass alles in Ordnung sei. "Falls da irgendetwas von mir falsch eingeschätzt oder beurteilt worden ist, stehe ich zu meiner Verantwortung." Er sei bisher über die Eröffnung des neuen Ermittlungsverfahrens nicht informiert worden. Es sei ein Unding, dass die Presse hier eher Bescheid wisse, als der Betroffene, kritisierte der Manager.

Der Bankrott-Paragraf 283 im Strafgesetzbuch sieht unter anderem Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren für Schuldner vor, die bei drohender Zahlungsunfähigkeit Bestandteile des Vermögens beiseiteschaffen oder verheimlichen. In besonders schweren Fällen kann die Strafe sogar zehn Jahre betragen.

Middelhoff stellte im März 2015 Insolvenzantrag

Der frühere Arcandor-Chef Middelhoff war im November 2014 vom Landgericht Essen unter anderem wegen Veruntreuung von Konzernvermögen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er kam im November 2017 auf freien Fuß. Am 31. März 2015 stellte er laut dem Bericht Antrag auf ein Privatinsolvenzverfahren.

Unstrittig sei, dass in den Jahren vor der Privatinsolvenz immer mehr vom Middelhoff-Vermögen in Gesellschaften floss, die sein Anwalt Hartmut Fromm kontrolliere, schrieb die "Süddeutsche". Als Gegenleistung hätten diese Gesellschaften Middelhoff regelmäßig Geld überwiesen, damit er sein Privatleben sowie seine Gerichts- und Anwaltskosten finanzieren konnte.

Middelhoffs Insolvenzverwalter Thorsten Fuest habe Fromm und dessen Berliner Kanzlei beim Landgericht Bielefeld auf Zahlung von 5,1 Millionen Euro verklagt, berichtete die "Süddeutsche". Der Inhalt dieser Klage habe auch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ausgelöst.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa/AFP

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