Wirtschaft

"Gravierender Fehler" bei Audi Stadler: Dieselkrise nicht abgeschlossen

Auch bei den Audi-Modellen A6 und A7 soll mit einer Abgassoftware getrickst worden sein. Audi-Chef Stadler gibt sich reuig und gelobt, den jüngsten Dieselskandal aufzuarbeiten. Umweltministerin Schulze geht den deutschen Autobauer unterdessen scharf an.

Im jüngsten Fall mutmaßlicher Abgas-Tricksereien hat Audi-Vorstandschef Rupert Stadler schwere Fehler eingeräumt. "Der Arbeitsfehler in einer unserer Fachabteilungen ist gravierend. Es ist aber keine neue Manipulationssoftware", sagte Stadler auf der Hauptversammlung des Autobauers in Ingolstadt.

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Es sei versäumt worden, einen Software-Baustein für die Motorsteuerung bei jetzt auslaufenden A6- und A7-Modellen zu entfernen. Dies sei ein Rückschlag, "wo man sich fragt, warum wird dieser Fehler erst jetzt entdeckt", sagte Stadler.

Audi habe den Fall vergangene Woche entdeckt, das Kraftfahrtbundesamt (KBA) informiert und die Auslieferung der Modelle gestoppt. Das Software-Update für die betroffenen 60.000 Autos sei fertig, das weitere Vorgehen hänge jetzt von der demnächst stattfindenden Anhörung des Kraftfahrtbundesamtes ab. "Die Dieselkrise ist für uns noch nicht abgeschlossen", sagte Stadler. Sie binde weiter enorme Kapazitäten und koste viel Geld.

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Audi-Chef Rupert Stadler muss sich auf der Hauptversammlung des Autobauers in Ingolstadt unangenehmen Fragen der Aktionäre stellen.

(Foto: REUTERS)

Das KBA hatte seit Aufdeckung des Dieselskandals im Herbst 2015 für mehr als 150.000 Audis Rückrufe angeordnet. Für mehrere 10.000 Fahrzeuge standen zuletzt noch Prüfungen oder Bescheide aus. Für die Folgen des Skandals hat Audi schon 2,25 Milliarden Euro zurückgestellt. Eröffnet wurde die Hauptversammlung von dem neuen VW-Konzernchef Herbert Diess als frisch gekürtem Aufsichtsratschef der Konzerntochter.

Schulze attackiert deutsche Autobauer

Unterdessen hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze den deutschen Autoherstellern eine Rufschädigung des Standorts Deutschland vorgeworfen. "Mit derlei Manipulationen verspielen die Autohersteller auch den guten Ruf der deutschen Industrie als Treiber fortschrittlicher Technik", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Ich erwarte, dass die deutsche Autoindustrie im Interesse der Umwelt und der Verbraucher Innovationen nach vorne bringt."

Für den Einsatz einer möglichen weiteren unzulässigen Abgassoftware äußerte Schulze kein Verständnis. "Dass auch bei so neuen Modellen wie dem Audi A6 und A7 Betrugssoftware verbaut worden sein soll, finde ich - wenn es denn zutrifft - absolut empörend", sagte sie. Derlei Vorgänge seien "Ausdruck unverantwortlichen Managements". Die Ministerin mahnte vor diesem Hintergrund rechtliche Konsequenzen an. "Für die Autoindustrie müssen dieselben Regeln gelten wie für jeden anderen auch: Wer betrügt, bekommt es mit dem Rechtsstaat zu tun", sagte Schulze.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/AFP