Wirtschaft

Corona-Krise schadet nicht nur Starke Telekom trotzt geschlossenen Filialen

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Die Telekom hat sich durch die Übernahme von Sprint als dritter Gigant auf dem US-Markt etabliert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise belastet die Deutsche Telekom, hilft ihr aber auch. Das zeigt sich in den Zahlen für das erste Quartal: Gewinn und Umsatz legen zu, obwohl viele Filialen zeitweise geschlossen bleiben müssen. Vor allem das hochprofitable US-Geschäft wird größer und größer.

Die Deutsche Telekom AG ist im ersten Quartal beinahe ungeschoren durch die Corona-Krise gekommen. Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um gut 10 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss legte gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu. Während das Ebitda über der Prognose von Analysten lag, blieb der Konzern beim Umsatz hinter den Erwartungen zurück.

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Die Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft dürften "vergleichsweise gering ausfallen", teilt das Management um Konzernchef Tim Höttges mit. Er bestätigte deshalb die Jahresprognose: Im laufenden Jahr soll ein operativer Ertrag in Höhe von 25,5 Milliarden Euro erzielt werden. Dabei dürften es beim Umsatz weiter gegenläufige Entwicklungen geben: Die Schließung von Filialen und der fehlende Smartphone-Verkauf belasten das Geschäft, andererseits wird in der Krise mehr telefoniert, und Kunden wechseln seltener den Mobilfunkanbieter.

Als Zugpferd erwies sich das US-Geschäft, das mehr als die Hälfte zum Konzernumsatz beiträgt. Ab dem zweiten Quartal wird dies noch mehr sein. Denn kürzlich hat T-Mobile US die Marktposition in den USA nach langem Hin und Her mit der Übernahme des kleineren Konkurrenten Sprint deutlich ausgebaut. Ab dem zweiten Quartal wird der fusionierte US-Konzern dann in der Telekom-Bilanz auftauchen.

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Während in den USA der Umsatz im ersten Quartal um 3,7 Prozent kletterte, fiel das Plus in Deutschland und Europa geringer aus. Allerdings kam die Telekom bei den Breitbandkunden in der Bundesrepublik mit 83.000 Neuanmeldungen auf den besten Wert seit zwei Jahren.

Trotz jüngster Erfolge unter anderem im Cloud-Geschäft sieht es beim Auftragseingang der Großkundentochter T-Systems mau aus. Der für das künftige Geschäft wichtige Auftragseingang fiel zu Jahresbeginn um 13,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz stagnierte bei etwa 1,6 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/rts