Wirtschaft

Plus nach Achterbahnfahrt Starker Jobaufbau beflügelt US-Börsen

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Arbeitsmarktdaten schickten Wall Street auf Berg- und Talfahrt.

(Foto: picture alliance/dpa/New York Stock Exchange/AP)

Ein überraschend starker Stellenzuwachs in den USA schickt die Börsenbarometer an der Wall Street auf Berg- und Talfahrt. Die Anleger begreifen die zwischenzeitlichen Verluste als Chance zum Kauf - und langen kräftig zu. Selbst der gebeutelte Nasdaq rutscht am Ende ins Plus.

Nach einer Achterbahnfahrt hat die Wall Street zum Wochenausklang mit einem kräftigen Plus geschlossen. Dabei gab erneut die Entwicklung der Renditen die Richtung vor. Der Leitindex Dow Jones Industrial gewann am Ende des Tages 1,85 Prozent auf 31.496 Punkte, womit sich auf Wochensicht ein fast ebenso hohes Plus ergibt. Der marktbreite S&P 500 legte zum Wochenschluss um 1,95 Prozent auf 3841 Punkte zu. Im technologielastigen Nasdaq 100 kamen die Anleger nach einem vorübergehenden Rutsch auf ein Tief seit Ende November ebenfalls zurück: Der Index schloss 1,64 Prozent höher auf 12.668 Punkte. Die Lage am US-Arbeitsmarkt hatte sich im Februar unerwartet deutlich aufgehellt. Es entstanden 379.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft.

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Ökonomen lagen mit ihrer Prognose von 182.000 weit darunter. "Investoren versuchen immer noch herauszufinden, was sie wollen - im Ringen zwischen einer fortgesetzten lockeren Fiskalpolitik oder einer tatsächlichen wirtschaftlichen Erholung, die höhere Zinsen erfordern würde - und sie haben diese Entscheidung noch nicht getroffen", sagte Stratege Randy Frederick vom Brokerhaus Charles Schwab. Der starke Arbeitsmarktbericht mache ein kurzfristiges Eingreifen der Fed am Rentenmarkt unwahrscheinlicher, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partnersstratege. "Damit ist der aktuelle Arbeitsmarktbericht für die Zinsen die Lizenz zum Steigen."

Das zeigte sich auch direkt an den zehnjährigen Titeln in den USA, die mit 1,6 Prozent so hoch rentierten wie seit einem Jahr nicht mehr. Beim jüngsten Auftritt des US-Notenbankchefs Jerome Powell hatten Börsianer Aussagen vermisst, die auf ein Eingreifen der Fed am Anleihemarkt hingedeutet hätten. Er bekräftigte sein Bekenntnis zur ultra-lockeren Geldpolitik und zu weiteren Wertpapierkäufen. Steigende Anleiherenditen bedeuten höhere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen. Das trifft seit Wochen vor allem die Technologietitel hart. Der Nasdaq-Index ist seit Mitte Februar um elf Prozent gefallen.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Tesla-Aktien fallen ins Minus

Unabhängig davon ging es für den Ölpreis erneut bergauf. Die Sorte Brent aus der Nordsee stieg um 3,4 Prozent auf ein 14-Monats-Hoch von 69 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Donnerstag hatte sich die "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, darauf geeinigt, die aktuellen Förderbeschränkungen zu verlängern. Vor dem Hintergrund der erwarteten Erholung der Weltwirtschaft von den Coronavirus-Folgen könnte der Brent-Preis bis zum Sommer auf über 80 Dollar steigen, prognostizierte Analyst Edward Moya vom Brokerhaus Oanda.

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Aktien der Ölkonzerne Chevron und Exxon profitierten von den steigenden Rohölpreisen. Die Papiere gewannen bis zu 2,3 Prozent. Ebenfalls im Aufwind waren die Aktien von Johnson & Johnson, die um 1,6 Prozent stiegen. Der Corona-Impfstoff des Konzerns ist in Kanada zugelassen worden.

Im Sog eines fallenden Bitcoin-Kurses rutschten die Aktien von Tesla und Microstrategy ins Minus. Die Titel des Elektroauto-Bauers und der Softwarefirma fielen zwischenzeitlich um je rund 5,5 Prozent. Beide haben Milliarden in die älteste und wichtigste Cyber-Devise gesteckt. "Aktienanleger lernen nun die Kehrseite der Medaille der Bitcoin-Abhängigkeit kennen", sagt Analyst Timo Emden von Emden Research.

Quelle: ntv.de, hny/rts