Wirtschaft

Acht Prozent mehr Lohn gefordertStreiks bei der Bahn ab März wahrscheinlich

11.02.2026, 19:09 Uhr
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Blick-in-den-menschenleeren-Leipziger-Hauptbahnhof-Die-Gewerkschaft-Deutscher-Lokomotivfuehrer-GDL-hat-ab-Mitte-der-Woche-zum-ersten-mehrtaegigen-Streik-im-aktuellen-Tarifkonflikt-mit-der-Deutschen-Bahn-und-anderen-Unternehmen-aufgerufen
Im März könnten Bahnhöfe wieder verwaisen. (Foto: picture alliance/dpa)

Sieben Verhandlungstage zwischen GDL und Bahn sind bereits gelaufen, sieben weitere stehen noch an. Doch ob die alle abgehalten werden, ist unklar. Die Lokführergewerkschaft beklagt fehlende Fortschritte und droht mit Streiks.

Bei der Deutschen Bahn drohen ab Anfang März Streiks der Lokführergewerkschaft GDL. "Wir kommen nicht so richtig vorwärts", sagte GDL-Chef Mario Reiß in Berlin zu Journalisten mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen. "Es besteht die Gefahr, dass wir den Tariftisch verlassen."

Eigentlich sind bis Ende Februar noch sieben weitere Verhandlungstage angesetzt, nachdem es inklusive des heutigen Mittwochs bereits sieben Gesprächsrunden gegeben hatte. "Mit den Wettbewerbern der Deutschen Bahn reichen in der Regel drei Termine für einen Tarifabschluss. Bei der Bahn sind wir am siebten Tag immer noch nicht so weit wie mit den Wettbewerbern sonst am zweiten Tag", so Reiß. Es sei offen, ob die Gespräche nach Freitag wie vereinbart weitergehen könnten. Dies sei dem Staatskonzern deutlich gemacht worden.

"Wir versuchen, den Streik zu vermeiden, aber zahm sind wir sicher nicht", sagte Reiß weiter zu RTL/ntv. "Wir brauchen in dieser Woche ein bewertbares Ergebnis." In einer Schlichtung sehe der GDL-Chef im Moment "keinen Sinn". Die Vorbereitungen für einen Ausstand "laufen im Hintergrund, weil wir den Termin auf uns zu rollen sehen", machte Reiß deutlich.

Der Tarifvertrag mit der GDL ist Ende 2025 ausgelaufen, bis Ende Februar 2026 gilt aber eine Friedenspflicht. Die Gewerkschaft hat einen Forderungskatalog mit 40 Punkten vorgelegt. Sie will unter anderem bis zu acht Prozent mehr Geld durchsetzen. Dabei soll es eine allgemeine Entgelterhöhung von 3,8 Prozent geben. Hinzu kämen etwa spürbare Zuwächse bei den Zulagen sowie Verbesserungen für Ausbilder und Prämien für die betriebliche Rente.

Die Bahn hatte diese Woche ein erstes Angebot vorgelegt - sechs Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten. In diesem Jahr würde sich die Steigerung aber lediglich auf 0,4 Prozent belaufen, monierte Reiß. "Die Mannschaft hat eine Wut im Bauch." Sie wolle wissen, wann es mit Streiks losgehe. "Wir versuchen, den Streik zu vermeiden, aber zahm sind wir sicher nicht." Die Vorbereitungen für einen Arbeitskampf liefen bereits im Hintergrund.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler hatte von einem sehr weitreichenden Angebot gesprochen. Er hatte die Verhandlungen zuletzt als konstruktiv bezeichnet und hoffte auf eine Lösung ohne Streiks.

Quelle: ntv.de, mpa/rts

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