Wirtschaft

Leistung von zwei Dutzend AKW Sturmtief "Billie" strapaziert das Netz

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Tennet plädiert eindringlich für den Ausbau der Netze - zur Sicherung der Versorgung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Norden Deutschlands ist gespickt mit Windkraftanlagen. Diese werden dank des Sturms "Billie" ordentlich Strom produzieren und ins Netz leiten. Allein der Versorger Tennet muss mit 20 konventionellen Kraftwerken gegensteuern.

Das über Deutschland hinwegziehende Sturmtief "Billie" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu weit über 100 Kilometer pro Stunde ist auch für die Netzbetreiber ein Problem. Denn der Sturm fegt nicht übers Land. Er treibt auch die Windräder an - und zwar ordentlich. Der Betreiber Tennet etwa erwartet nach eigenem Bekunden eine Rekordeinspeisung von 28.000 Megawatt Windenergie. Das entspricht etwa der Kapazität von mehr als zwei Dutzend Kernkraftwerken. In der Folge drohen Transportengpässe.

So hat Tennet die Besetzung der Schaltleitungen verstärkt. Um die Spitzen abzufedern, sind erhebliche Eingriffe in den Markt erforderlich. Dazu gehört unter anderem, dass konventionelle Kraftwerke ihre Kapazität reduzieren, um das Netz nicht zu überlasten, und sie anschließend wieder erhöhen. Allein am heutigen Freitag werde die Netzkapazität mit zeitweise 20 konventionelle Kraftwerke reguliert, teilte Tennet mit. Darüber hinaus rechnet der Betreiber damit, vorübergehend Windkapazität im Norden abregeln zu müssen.

Tennet verfügt nach eigenen Angaben über gut 21.000 Kilometer Hochspannungsleitungen in den Niederlanden und Deutschland. Einmal mehr verwies Tennet angesichts der Wetterlage nun darauf, dass der weitere Ausbau der Netze vor dem Hintergrund der steigenden Menge an erneuerbaren Energien erforderlich sei.

Dazu übergab der Netzbetreiber nach eigenen Angaben die Antragsunterlagen für die geplante Höchstspannungsleitung SuedLink an die Bundesnetzagentur. Die rund 800 Kilometer lange Trasse soll bis 2022 zur Hauptschlagader der Energiewende werden und Strom aus Windparks im Norden in den Süden Deutschlands transportieren. In den Vorschlag seien Hinweise von Bürgern, Kommunen und Verbänden eingegangen, teilte das Unternehmen mit. Die Planung stößt allerdings weiter auf Widerstand.

Quelle: ntv.de