Wirtschaft

Exporte brechen ein Süddeutschland leidet unter Brexit-Krimi

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Autos aus dem Süden Deutschlands finden immer weniger Abnehmer in Großbritannien.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Gezerre um den Austritt Großbritanniens aus der EU richtet immer mehr Schaden an. Die Exporte aus dem Süden Deutschlands auf die Insel gehen nach und nach zurück. Über den allgemeinen Trend können auch einzelne positive Entwicklungen nicht hinwegtäuschen.

Die anhaltende Unsicherheit um den Brexit hinterlässt nach Darstellung der Beratungsgesellschaft Deloitte gerade in Süddeutschland wirtschaftliche Spuren. Die Rückgänge bei den deutschen Auto- und Pharma-Exporten nach Großbritannien haben vor allem Bayern und Baden-Württemberg getroffen, geht aus einer Studie hervor.

Auch das Saarland, wo die Autobranche ebenfalls stark verankert ist, sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Gewachsene Ausfuhren von Berlin und Hamburg ins Vereinigte Königreich hätten das nicht ausgleichen können. Der Studie zufolge sind die Exporte zwischen Deutschland und Großbritannien in den drei Jahren 2016 bis 2018 um acht Prozent gesunken. Den größten Anteil daran habe die Autoindustrie gehabt, deren Ausfuhren auf die Insel in dem Zeitraum um 6,6 Milliarden Euro einbrachen. Der Pharmasektor büßte fast drei Milliarden Euro ein.

Baden-Württemberg bekam das wegen der hohen Bedeutung der Auto- und Pharmabranche vor Ort am meisten zu spüren: In dem Bundesland gingen die Exporte nach Großbritannien binnen drei Jahren um 32 Prozent zurück. Bayern und das Saarland verzeichneten Rückgänge von 17 beziehungsweise 28 Prozent. Hamburg und Berlin profitierten hingegen von steigenden Exporten in der Luftfahrt, bei Nahrungsmitteln und Tabakerzeugnissen.

"Der Brexit ist ein langwieriger Prozess, der jetzt schon konkrete wirtschaftliche Auswirkungen hat, vor allem auf die Exporte", sagte Deloitte-Chefökonom Alexander Börsch. Der Anteil Großbritanniens an den deutschen Exporten sei seit 2016 deutlich gefallen und liege nun auf dem Niveau wie zu Zeiten der Finanzkrise. Im Ringen um einen geordneten Brexit einigten sich die EU-Staaten zu Wochenbeginn auf einen Aufschub bis Ende Januar. Damit geht das Gezerre, das mit dem Brexit-Votum im Juni 2016 begann, weiter.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa