Wirtschaft

Prognose angehoben Telekom von US-Rückenwind getrieben

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Die Telekom betreibt noch Tausende Telefonzellen im öffentlichen Raum.

(Foto: imago images/Future Image)

Die Telekom bekommt die US-Tochter besser und schneller eingebunden als zunächst gedacht. Für das Betriebsergebnis bedeutet das einen Sprung. Und so können die Bonner in der Corona-Pandemie etwas Seltenes tun: Sie heben die Prognose an.

Beflügelt durch den Zusammenschluss der US-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Konkurrenten Sprint traut sich die Deutsche Telekom erneut mehr zu. "Wir erhöhen unsere Prognose dank guter Geschäfte auf beiden Seiten des Atlantiks", sagte Telekom-Chef Tim Höttges. "Und wir können das, obwohl auch wir in einigen Bereichen die Auswirkungen der Pandemie spüren."

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Demnach rechnet Europas größter Telekomkonzern nun für 2020 mit einem bereinigtem Betriebsergebnis (Ebitda) ohne Leasingaufwendungen von mindestens 35 Milliarden Euro statt bisher rund 34 Milliarden Euro. Der Telekom kommt zugute, dass die Integration der ehemaligen Softbank-Tochter Sprint in den USA schneller vorangeht als erwartet, was Geld spart. T-Mobile US zählte jüngst erstmals mehr als 100 Millionen Kunden und Firmenchef Mike Sievert kündigte an: "Wir fangen erst an."

Von Juli bis September kletterte das bereinigte Ebitda des Bonner Konzerns um fast 50 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um fast ein Drittel auf 26,4 Milliarden Euro zu. Damit übertraf die Deutsche Telekom die Prognosen von Analysten. Unterm Strich blieben 817 Millionen Euro hängen, nach 1,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund war eine Wertminderung im Systemgeschäft. Um diesen Posten bereinigt fiel der Überschuss auf Jahressicht höher aus.

Auch die Telekom bekam die Folgen der Corona-Krise zu spüren. Wegen des deutlich zurückgegangenen Reiseverkehrs fielen die Roaming-Einnahmen niedriger aus, was den Umsatz in Deutschland zurückgehen ließ. Da machte sich auch die Flaute beim Smartphone-Absatz bemerkbar, weil Kunden unter anderem auf das neue iPhone-Modell warteten. Hauptsächlich schlug die Krise allerdings im Großkundengeschäft ins Kontor. Der Auftragseingang bei T-Systems brach um ein Viertel auf nur noch 700 Millionen Euro ein.

Am Markt kommen die Zahlen gut an. Dank starker Daten von T-Mobile US sei man aber "verwöhnt" und habe die Prognoseerhöhung schon erhofft, meint ein Händler. Auch laufe die Aktie nun in den breiten Widerstandsbereich aus der Seitwärtsbewegung des gesamten Jahres zurück, dort werde ein Durchkommen schwer. Gelobt wird bei den Zahlen vor allem der operative Erfolg und der Cashflow. Die Integration von Sprint liege vor dem Plan.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ