Wirtschaft

Wegen rechter Einflussnahme Tesla-Gegner demonstrieren nicht mehr

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Eigentlich geht es der Initiaitve um die Umweltverträglichkeit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gegner und Befürworter des geplanten Tesla-Werks stehen sich in den vergangenen Wochen in Brandenburg gegenüber. Doch unter die Gegner des Projekts mischen sich Teilnehmer der rechten Szene. Die Bürgerinitiative verzichtet deshalb vorerst auf weitere Demos.

Gegen das geplante Werk des Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin gibt es vorerst keine weiteren Demonstrationen mehr. Damit soll Vertretern mit rechter Gesinnung keine Plattform mehr geboten werden, sagte Steffen Schorcht von der Bürgerinitative gegen das Milliardenprojekt auf Anfrage. "Es besteht jetzt der Vorwurf, dass wir der AfD nahestehen", sagte er. "Es gab und gibt hier jetzt massiven Druck auf Mitstreiter und auf Redner." Zuvor hatte die "B.Z." berichtet, dass die Initiative sich nicht instrumentalisieren lassen wolle, aber weiter gegen die Fabrik sei.

Schorcht sagte, unter die Teilnehmer von Veranstaltungen der vergangenen zwei Wochen hätten sich offenbar Teilnehmer aus der rechten Szene gemischt. Entsprechende Vermutungen seien nun durch Videoaufnahmen bestätigt. Derzeit konzentriere sich die Bürgerinitiative auf das Verfahren zur Umweltverträglichkeit. "Da haben wir genug zu tun", sagte Schorcht. Sicherlich würden noch andere Aktionen geplant.

Auf dem 300 Hektar großen Gelände will Tesla von Sommer 2021 an jährlich zunächst 150.000 Elektroautos der Typen Model 3 und Y bauen, dann bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr. Für das Grundstück soll das Unternehmen 41 Millionen Euro zahlen. Die Ansiedlung des US-amerikanischen Elektroautobauers wird beim Land Brandenburg und der Kommune als große Chance gesehen, Anwohner und Naturschützer melden aber auch Bedenken an. Unter dem Motto "Gestalten statt verhindern" waren am Samstag rund 300 Bürger auf die Straße gegangen, sagte Martin Hildebrandt, einer der Organisatoren der Befürworter-Demo, auf Anfrage.

Tesla-Chef Elon Musk meldete sich deswegen auf Twitter persönlich zu Wort: "Es klingt danach, dass wir einige Dinge klarstellen müssen." Besorgte Bürger beschäftigt unter anderem die Ver- und Entsorgung des Werks mit Wasser, außerdem befürchten sie eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung. In den Antragsunterlagen laut Bundesimmissionsschutzgesetz hatte das Unternehmen angegeben, dass pro Stunde 372 Kubikmeter Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz benötigt werden. Allerdings werde Tesla nicht an jedem Tag so viel Wasser verbrauchen, schrieb Musk nun. "Das ist möglicherweise ein seltener Fall einer Spitzennutzung, aber nichts, was jeden Tag vorkommt."

Quelle: ntv.de, ftü/dpa