Wirtschaft

Umweltamt gibt grünes Licht Tesla darf Fundament für Fabrikhalle legen

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Die Bauarbeiten in Grünheide bei Berlin sind bis in den März 2021 geplant.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tesla darf vorzeitig mit den Fundamentarbeiten seines Werks in Brandenburg beginnen. Naturschützer kritisieren das Vorgehen des Autobauers weiter heftig. Dennoch stimmt das Umweltamt den Plänen zu - jedoch zunächst nur in Teilen.

Der US-Elektroautohersteller Tesla kann mit dem Bau des Fundaments für seine Fabrik in Grünheide bei Berlin loslegen - auch wenn die komplette umweltrechtliche Genehmigung noch aussteht. Das Brandenburger Landesumweltamt habe der Zulassung des vorzeitigen Beginns von Gründungs- und Fundamentarbeiten zugestimmt, teilt das Umweltministerium in Potsdam mit.

Auch Erd- und Rohbauarbeiten sowie der Bau von Verkehrsflächen auf dem Gelände seien möglich, nicht aber Arbeiten oberhalb von Pfahlgründungen und unterhalb des Grundwasserleiters - das ist ein Gesteinskörper mit Hohlräumen, der Grundwasser leiten kann. Tesla muss Auflagen etwa zum Gewässerschutz einhalten.

Tesla hat auf eigenes Risiko einen Teil der Fläche gerodet und bereitet den Bau vor. Die Arbeiten sind bis in den März 2021 hinein geplant. Kritiker befürchten mit der Fabrik negative Folgen für die Umwelt. Bisher gingen mehr als 370 Einwände ein. Bis 3. September können Bürger noch neue Einwände gegen Änderungen des Antrags auf Genehmigung erheben. Der Sprecher der Bürgerinitiative "Gegen Gigafactory Grünheide", Frank Gersdorf, kritisiert: "Das ganze Projekt hat einen falschen Standort: Wasserschutzgebiet, Trinkwasserschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet - inmitten einer bisher intakten Natur."

Bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr

Beim Bau will das Unternehmen umstrittene Pfähle einsetzen und unternahm dafür schon Bohrungen, obwohl es keine Genehmigung gab. Das stößt bei Umweltschützern ebenso auf Kritik wie der früher angegebene höhere Wasserverbrauch, der benötigt wird. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach verteidigte die Bohrungen und verwies darauf, dass es Tests seien. "Da kriegen sie jetzt ein entsprechendes Ordnungsverfahren an den Hals und müssen da auch ein Bußgeld an der Stelle zahlen." Steinbach geht davon aus, dass das Projekt trotz wachsender Kritik aus der Landtagsopposition und von Naturschützern genehmigt wird. "Es hängt alles von der Qualität der eingereichten Unterlagen ab", sagte er im Juni im Wirtschaftsausschuss des Landtags in Potsdam.

In Grünheide sollen ab Juli 2021 maximal 500.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen. Es ist Teslas erste Fabrik in Europa, in der bis zu 10.500 Mitarbeitern im Schichtbetrieb arbeiten sollen. In einer Schicht sollen nach Informationen aus Branchenkreisen zwischen 3000 und 3500 Beschäftigte arbeiten, vorgesehen ist ein Drei-Schicht-Betrieb pro Tag. Im Antrag von Tesla für die umweltrechtliche Genehmigung werden unterschiedliche Angaben zur Mitarbeiterzahl pro Schicht gemacht. Dort ist auch von bis zu 12.000 direkten Arbeitsplätzen die Rede, darunter etliche Ausbildungsplätze. Der Elektroautobauer gibt in dem Antrag Errichtungskosten von rund 1,065 Milliarden Euro an.

Quelle: ntv.de, chf/dpa