Wirtschaft

Aktie verliert deutlich Tesla erneut mit Absatzeinbruch in China?

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Stress in China: Ein Tesla-Besitzer in der südchinesischen autonomen Region Guangxi Zhuang hat ein Banner über seinen Wagen gespannt. Darauf steht: "Das Auto beschleunigt automatisch und die Bremsen stoppen nicht. Außer Kontrolle, Karosseriekollaps, Achsenbruch, zum Glück wurde niemand verletzt ."

(Foto: picture alliance / Li Dongping / Costfoto)

Negative Nachrichten zu Tesla machen Börsianer derzeit ziemlich nervös. Unter anderem stresst das schrumpfende China-Geschäft. Für einen weiteren Schreckmoment sorgt ein unbestätigter Insider-Bericht über rückläufige Verkaufszahlen im Mai.

Der US-Elektroautobauer Tesla hat einem Medienbericht zufolge auch im Mai einen Absatzeinbruch in China erlitten. Die Fahrzeugbestellungen haben sich unter dem Strich auf etwa 9800 von mehr als 18.000 im April fast halbiert, wie die Technologie-Nachrichtenplattform "The Information" unter Berufung auf interne Daten berichtet.

Tesla Motors (USD)
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Die Aktie des Unternehmens geriet auf die Nachricht hin an der Wall Street unter Druck und gab fast fünf Prozent nach. Schon im April war der Absatz in der Volksrepublik im Vergleich zum März eingebrochen. Verifiziert werden konnte die Meldung zu den Mai-Zahlen jedoch nicht. Eine Tesla-Stellungnahme liegt nicht vor.

Der Bericht fällt in eine Zeit, in der es ohnehin schon viele Sorgen um die Zukunft von Tesla auf dem wichtigen Elektroauto-Markt gibt. Nicht nur einbrechende Verkäufe, auch Qualitätsmängel und Spionagevorwürfe machen Tesla in China zu schaffen. Hinsichtlich der Absatzentwicklung ist nun Geduld gefragt: Die Publikation von "The Information" ist lediglich eine erste Wasserstandsmeldung zum China-Geschäft. Angeblich lässt die Quelle eine Reihe von Fragen offen, wie Medien berichten. Erst in wenigen Tagen werden die offiziellen Zahlen vom Auto-Verband CPCA erwartet, die Licht ins Dunkle bringen sollten.

Absatzprobleme, Qualitätsmängel, Spionagevorwürfe

Der US-Finanzsender CNBC wies darauf hin, dass die an der Börse mit Schrecken aufgenommenen Angaben nur von einer Quelle stammten und sich nicht bestätigen ließen. Wie eine China-Investorin dem Sender jedoch erklärte, seien sie deshalb aber nicht unwahrscheinlich. Ihrer Überzeugung nach dürfte sich die jüngste PR-Krise von Tesla in China in den kommenden Monaten auf Marke, Bestellungen und Auslieferungen durchaus auswirken.

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Bis zum April dieses Jahres war die Entwicklung von Tesla in China eine Wachstumsgeschichte. Der Protest einer Model-3-Besitzerin auf einer Messe Mitte April löste dann jedoch eine Welle negativer Berichterstattungen in sozialen und staatlichen Medien aus. Die Folge war ein Rückgang der Auslieferungen in dem Land um ganze zwei Drittel.

China ist der zweitgrößte Markt des Elektroauto-Pioniers nach den USA und macht etwa 30 Prozent seines Umsatzes aus. Wegen vermehrter Sicherheitsbedenken unter anderem wegen der von Bordkameras und Sensoren gesammelten Autodaten und Verbraucherbeschwerden in China haben die Behörden den Umgang mit dem Unternehmen - auch vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit den USA - verschärft.

Quelle: ntv.de, ddi/rts

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