Wirtschaft

Behörden befürchten Spionage Teslas müssen in China draußen parken

2021-05-21T041928Z_313108048_RC24KN9YF6V3_RTRMADP_3_TESLA-CHINA.JPG

Tesla-Fahrzeuge vor einem Gebäude auf dem Zhongnanhai-Gelände während eines Treffens zwischen Tesla-CEO Elon Musk und dem chinesischen Premier Li Keqiang in Peking.

(Foto: REUTERS)

E-Auto-Pionier Tesla gerät in China weiter unter Druck. Wegen Sicherheitsbedenken dürfen die Fahrzeuge Insidern zufolge nicht mehr auf einigen Regierungsgeländen abgestellt werden. Im März hatte das Militär bereits einen Bann ausgesprochen. Der Konzern scheint Konsequenzen zu ziehen.

Mitarbeiter einiger chinesischer Regierungsbehörden sind Insidern zufolge angewiesen worden, ihre Teslas wegen Sicherheitsbedenken außerhalb des Geländes zu parken. Wie es heißt, gab es entsprechende mündliche Anweisungen an Beamte von mindestens zwei Behörden in Peking und Shanghai. Sorge bereiten offenbar die integrierten Kameras. Obwohl sich Sensoren und Kameras mittlerweile in Fahrzeugen verschiedener Autohersteller befinden, soll der Bann nur für Teslas gelten.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 687,20

Wie viele Autos konkret betroffen sind, ist nicht bekannt. Die Fahrer wollten unerkannt bleiben, weil es sich um eine sensible Angelegenheit handele, zitiert Reuters die Insider. Unklar ist auch, ob alle Regierungsstellen ihren Mitarbeitern solche Beschränkungen auferlegt haben, und ob die Maßnahme eine formelle Regierungsanordnung oder nur eine von einzelnen Beamten erteilte Anweisung war.

Dass Teslas ausgesperrt werden, ist kein neues Phänomen in China. Im März waren die Fahrzeuge bereits auf manchen Militärgeländen in China verboten worden. Der Grund war derselbe: die integrierten Kameras, die sensibles Material aufnehmen könnten.

China, der größte Automarkt der Welt, entwickelt sich damit für Tesla zu einem zunehmend schwierigen Pflaster. Der Markt macht etwa 30 Prozent des Konzernumsatzes aus, damit ist das Reich der Mitte der zweitgrößte Markt des US-Konzerns. Beobachter sehen bereits einen deutlichen Zusammenhang zwischen Abwärtstrend bei den Verkaufszahlen im April und dem vom chinesischen Militär ausgerufenen Tesla-Verbot im März.

Neben den Spionagevorwürfen machen Tesla in China auch Kundenbeschwerden wegen Mängeln an den Fahrzeugen zu schaffen. Mit Qualitätsmängeln am Model 3 aus der "Gigafactory" in Shanghai beschäftigen sich inzwischen fünf verschiedene chinesische Regulierungsbehörden.

Mehr zum Thema

Tesla scheint aus den wachsenden Problemen inzwischen bereits Konsequenzen zu ziehen. Wollte der Hersteller zunächst China zum Dreh- und Angelkreuz seiner globalen Exporte machen, ist davon nun nicht mehr die Rede: Ein Nachbargrundstück der Fabrik in Shanghai, das die chinesische Regierung zur Pacht ausgeschrieben hatte, wollte Tesla ursprünglich für einen Erweiterungsbau nutzen. Weitere rund 300.000 Stromer hätten hier jährlich hergestellt werden können.

Davon ist mittlerweile laut Reuters nicht mehr die Rede. Tesla stellt in dem Werk in Shanghai das Modell 3 und Sport Utility Vehicles des Modells Y her. Die Regierung in Peking und Tesla China nahmen zu den jüngsten Berichten bislang keine Stellung.

Quelle: ntv.de, ddi/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.