Wirtschaft

Keine illegale Datenerfassung Tesla gibt China ein Spionage-Versprechen

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Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz von Tesla in China im Vergleich zum Vorjahr um 124 Prozent.

(Foto: picture alliance / Long Wei / Costfoto)

Als China das erste Mal Sorgen äußert, die Kameras in den Fahrzeugen von Tesla könnten Informationen sammeln und in die USA senden, probiert Gründer Musk die Wogen zu glätten. Doch das reicht den chinesischen Wirtschaftsplanern anscheinend nicht. Sie zitieren den E-Autobauer zum Rapport.

Wer beim Militär, in Staatsunternehmen aus sensiblen Branchen oder in wichtigen Behörden arbeitet, darf seit Mitte März in China laut mehreren Insidern nicht mehr in Autos des Elektrobauers Tesla fahren. Für Unternehmenschef Elon Musk ein echtes Problem, ist China doch ein wichtiger Markt. Während Musk bereits vor einigen Wochen probiert hat, die chinesischen Spionagesorgen zu dämpfen, verspricht eine Führungskraft des E-Autobauers laut chinesischen Staatsmedien jetzt den Behörden: Alle Daten, die in China gesammelt werden, werden auch nur innerhalb des Landes gespeichert.

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Nach Informationen des "Shanghai Securities Journal" soll Grace Tao Lin, die Vizepräsidentin für externe Angelegenheiten bei Tesla in China, bei einem Gespräch zwischen dem US-Unternehmen und Chinas mächtigen Wirtschaftsplanern betont haben, dass sich Tesla bei der Datenerfassung strikt an die Gesetze und Vorschriften des Landes halte.

Einsatzinformationen des Militärs?

Die Äußerungen von Tao sind eine Reaktion auf jüngste Berichte, wonach unter anderem das Militär Tesla-Fahrzeuge aus seiner Flotte verbannt hat. Insidern zufolge sind Sicherheitsbedenken wegen in den Fahrzeugen verbauten Kameras zu groß. Eine Überprüfung habe demnach ergeben, dass die Kameras nicht nur ihr Umfeld aufnahmen, sondern Tesla auch Informationen sammeln könnte, wann und wo die Fahrzeuge zum Einsatz kamen. Außerdem kämen Informationen über die Fahrer und deren Kontaktlisten aus ihren Mobiltelefonen hinzu.

Bereits auf der jährlichen Staatskonferenz im vergangenen Monat hatte Musk laut Informationen von CNN Business versucht, China zu versichern, dass sein Unternehmen nichts Unangemessenes tut und seine Autos niemals für Spionage in dem Land verwenden würden. Außerdem lobte er in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender China Central Television das Land und versprach, es würde der "größte Markt" für sein Unternehmen werden.

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz von Tesla in China im Vergleich zum Vorjahr um 124 Prozent. Zu verdanken hat Musk diesen Ansprung vor allem den Verkäufen des in Shanghai hergestellten Model 3. Davon hat der E-Autobauer 2020 mehr als 137.000 Modell verkauft - und war damit laut der China Passenger Car Association das meistverkaufte Elektrofahrzeug auf dem Markt.

Quelle: ntv.de, jki

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