Wirtschaft

Großaktionär erhöht Anteile Thiele will Lufthansa-Rettung nachverhandeln

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Hat seine Anteile am Kranich in der Corona-Krise aufgestockt: Heinz Hermann Thiele.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit neun Milliarden Euro greift der Staat der Lufthansa unter die Arme. Großaktionär Thiele stört sich vor allem an der Aktienbeteiligung des Bundes. Er will das in Brüssel bereits abgesegnete Paket neu aufschnüren.

Der Münchner Unternehmer Heinz Hermann Thiele hat seinen Anteil an der Deutschen Lufthansa erhöht. "Am Montagabend habe ich die meldepflichtige Schwelle von 15 Prozent überschritten, die nun auch offiziell mitgeteilt wird", sagte Thiele der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

In den vergangenen Tagen und Wochen habe er Aktien über die Börse und von Investoren erworben. Zuvor war er mit rund zehn Prozent an der Airline beteiligt. Thiele will dem Bericht zufolge den Rettungsplan für die angeschlagene Fluggesellschaft mit dem Einstieg des Staates nachverhandeln. Das Paket solle nach dem Willen des Großaktionärs noch einmal aufgeschnürt werden.

Thiele wehre sich vor allem gegen die vorgesehen Aktienbeteiligung von 20 Prozent an Europas größter Fluglinie, die der Staat im Gegenzug für seine Finanzspritze von neun Milliarden Euro erhalten soll, heißt es in dem Bericht. "Die Lufthansa braucht für Sanierung und Gesundung keine Staatsbeteiligung", sagte der Unternehmer dem Blatt. Dem Plan waren wochenlange Verhandlungen vorausgegangen.

Die Corona-Pandemie mit den Reisebeschränkungen hatte die Geschäfte der Lufthansa mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht. Der Konzern benötigt daher staatliche Hilfe. Im Gegenzug für ein neun Milliarden schweres Rettungspaket einschließlich Beteiligung des Bundes an dem Unternehmen muss die Lufthansa 24 Start- und Landerechte an ihren wichtigen Flughäfen in Frankfurt und München an die Konkurrenz abgeben.

Die Aktionäre müssen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni noch grünes Licht für Paket geben. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will der Hauptversammlung ein Sparkonzept präsentieren. Der Konzern, der im ersten Quartal einen Milliardenverlust eingeflogen hatte, beschäftigt rund 138.000 Mitarbeiter.

Quelle: ntv.de, mba/rts/dpa

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