Wirtschaft

"Sofortpaket" gegen Corona-Krise Thyssenkrupp streicht 3000 Stellen

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Ein Hochöfner arbeitet im Werk Schwelgern von Thyssenkrupp in Duisburg.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schon lange vor dem Ausbruch von Covid-19 steckt der Traditionskonzern Thyssenkrupp tief in der Krise. Neben der bereits geplanten Sanierung einigen sich Vorstand und Gewerkschaft auf ein "Sofortpaket" gegen die Folgen der Corona-Epidemie.

Thyssenkrupp hat sich mit den Arbeitnehmervertretern der IG Metall auf ein Sofortpaket "Corona-Krise" zur Bewältigung der Pandemie und auf den Abschluss eines Tarifvertrags für die schwächelnde Stahlsparte geeinigt. Damit kann die im Dezember vorgestellte "Strategie 20-30" umgesetzt werden. Insgesamt sollen bis zum Jahr 2026 rund 3000 der insgesamt 27.000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden.

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Nach Angaben von Thyssenkrupp sollen etwa 1000 in der Verwaltung entfallen, 800 Stellen seien im Bereich Grobblech betroffen. Dort sieht Thyssenkrupp keine Entwicklungsperspektive innerhalb der Unternehmensgruppe. Hinzu kommt ab 2022 beginnend der Abbau von weiteren rund 1200 Stellen durch eine Optimierung des Produktionsnetzwerks. Um Thyssenkrupp Steel wieder technologisch fit zu machen, fließen über die jährlichen Investitionen hinaus zusätzlich 800 Millionen Euro in den nächsten sechs Jahren, wie der Konzern weiter mitteilte.

Kurzarbeitergeld wird aufgestockt

Thyssenkrupp wollte das Stahlgeschäft eigentlich in ein Joint Venture mit Tata Steel Europe einbringen, scheiterte damit jedoch im vergangenen Frühjahr an wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission in Brüssel. Das Traditionsgeschäft ist wegen mangelnder Investitionen technologisch ins Hintertreffen geraten. Während die IG Metall eine Beschäftigungsgarantie bis 2030 gefordert hatte, wollte das Management ursprünglich nur für drei Jahre entsprechende Garantien machen. Für die seit Jahren verlustträchtige Grobblech-Produktion muss sich bis zur Jahresmitte ein Käufer gefunden haben, ansonsten solle das Werk in Duisburg-Hüttenheim geschlossen werden.

Zudem haben sich Thyssenkrupp und die IG Metall auch auf ein Sofortpaket "Corona-Krise" geeinigt. "Die Tarifparteien sind übereingekommen, dass in der aktuellen Situation einzelne Maßnahmen der 'Stahlstrategie 20-30' im Verlauf der Umsetzung regelmäßig überprüft werden", erklärte der Konzern. Dazu habe man für die Dauer der Pandemie ein gemeinsames monatliches Monitoring der Situation zur Umsetzung der erzielten Einigung vereinbart. Das Sofortpaket beinhalte außerdem die Maßgabe an die Betriebe von Thyssenkrupp Steel Europe, im Falle von Kurzarbeit, eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 80 Prozent vorzunehmen. Verabredet sei darüber hinaus die Umwandlung einer tariflich vereinbarten Sonderzahlung in freie Tage.

"Wir werden an vielen Standorten in den nächsten Wochen in Kurzarbeit gehen müssen. Das betrifft zunächst die produktionsnahen Bereiche, aber auch die Verwaltung", sagte Thyssenkrupp-Personalchef Oliver Burkhard.

Quelle: ntv.de, mbo/DJ