Wirtschaft

Milliarden-Gewinn angepeilt Thyssenkrupp will Durststrecke beenden

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Die Stahlsparte verdient wieder Geld.

(Foto: imago images/Laci Perenyi)

Einmal mehr schreibt der Industriekonzern Thyssenkrupp rote Zahlen. Doch damit soll Schluss sein: Im neuen Geschäftsjahr sollen die Früchte des Umbaus eingefahren werden. Am Ende soll der höchste Gewinn seit eineinhalb Jahrzehnten in den Büchern stehen. Dazu werden Ausgliederungen und Börsengänge geprüft.

Thyssenkrupp hat im abgelaufenen Geschäftsjahr sein Ergebnis deutlich verbessert und will sich nun zu vergangenen Gewinnhöhen aufschwingen. Das operative Ergebnis soll unter anderem dank besserer Zahlen der Stahlsparte im Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende September) auf 1,5 Milliarden bis 1,8 Milliarden Euro ungefähr verdoppelt werden, teilte der Konzern mit. Unter dem Strich peile Thyssenkrupp einen Jahresüberschuss von mindestens einer Milliarde Euro an - dies wäre der höchste Nettogewinn seit dem Geschäftsjahr 2007/08.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 6,08

Der Umsatz kletterte um fast ein Fünftel auf 34 Milliarden Euro, der Auftragseingang sogar um 41 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro. Am Ende aber fiel nach Anteilen Dritter noch ein Verlust von 109 Millionen Euro an, so dass es erneut keine Dividende geben soll. Konzernchefin Martina Merz setzt den Umbau fort. Das Wasserstoff-Geschäft könnte mit einem Minderheitsanteil an die Börse gebracht und die Stahlsparte in die Eigenständigkeit überführt werden.

"Trendwende erkennbar"

"Die Trendwende ist erkennbar, es geht in die richtige Richtung bei Thyssenkrupp", sagte Merz. Die Performance habe sich deutlich verbessert. "Diesen Schwung wollen wir mitnehmen in die nächste Phase unserer Transformation, um in unseren Geschäften auch wieder profitabel zu wachsen." Der Halbleitermangel und die Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie seien aber weiter große Herausforderungen.

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Die Stahlsparte bleibt weiter Dreh- und Angelpunkt für die Bilanz. Mit einem operativen Ergebnis von 116 Millionen Euro schnitt sie deutlich besser ab als im Vorjahr, das mit einem Verlust von 820 Millionen Euro den Gesamtkonzern belastete. Im neuen Jahr peile die Sparte eine weitere signifikante Ergebnisverbesserung an. Ob und wie lange sie noch im Konzern bleibt, ist offen. "Neben der Vorbereitung der üblichen Carve-out-Themen prüft Thyssenkrupp im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, unter welchen Bedingungen der Stahlbereich in die Eigenständigkeit überführt werden kann."

Für die Wasserstoff-Tochter Uhde Chlorine Engineers (UCE) sind die Überlegungen schon weiter. "Das Unternehmen prüft deshalb intensiv, wie das Wasserstoffgeschäft bestmöglich weiterentwickelt werden kann. Aktuell plant Thyssenkrupp einen Börsengang als Vorzugslösung. In jedem Falle würde Thyssenkrupp eine Mehrheit am Geschäft behalten."

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

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