Wirtschaft

Für bessere Tierhaltung Tierschutzbund fordert Abgabe auf Fleisch

Fleischwaren liegen in einer Theke einer Fleischerei. Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Wenn es schon Fleisch sein muss, dann bitte mit Aufpreis, findet der Tierschutzbund.

(Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild)

Zahlreiche Corona-Infektionen in Schlachthöfen haben die Debatte über zu günstige Fleischpreise neu entfacht. Der Tierschutzbund verlangt einen Preisaufschlag von zehn bis zwanzig Cent pro Kilo. Damit soll eine schonendere Haltung der Tiere ermöglicht werden.

In der Diskussion um die Fleischpreise fordert der Deutsche Tierschutzbund einen Aufschlag zur Finanzierung einer schonenderen Tierhaltung. Der Preisaufschlag solle bei 10 bis 20 Cent pro Kilo liegen und für Stallumbauten verwendet werden, sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dies seien 1 oder 2 Cent pro 100 Gramm Schnitzel.

Die Abgabe müsse zweckgebunden sein, "sonst verdient sich der Handel eine goldene Nase, und die Landwirte gehen leer aus", sagte Schröder. Kritik, wonach höhere Fleischpreise besonders Haushalte mit geringem Einkommen belasten würden, wies der Tierschutzbund-Chef zurück. Um dies auszugleichen, müsse die Sozialpolitik nachsteuern und beispielsweise die Hartz-IV-Sätze anpassen.

"Kein Menschenrecht auf billiges Fleisch"

"Klar ist aber auch: Es gibt kein Menschenrecht auf billiges Fleisch, Fleischessen ist nicht systemrelevant", sagte Schröder. Nichts an den Haltungsbedingungen von Schweinen, Rindern oder Geflügel zu ändern, sei ethisch nicht vertretbar.

Die Debatte über die Fleischpreise war zuletzt durch die zahlreichen Coronavirus-Infektionsfälle unter Mitarbeitern von Schlachtereien angeheizt worden. Kritiker führen ins Feld, dass der Wettbewerb um Niedrigpreise Missstände in der Branche befördere, die dort zur Ausbreitung des Virus beigetragen hätten.

Quelle: ntv.de, nan/dpa